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Fortsetzung: 120.
Jahreshauptversammlung des Innsbrucker Verschönerungsvereins
Von links nach rechts:
Werner Plank, Klaus Holzbaur, Dr. Hans Gschnitzer, Burgi Decristoforo,
Dr. Albert Fiegl, Schriftführer, Bianca Amorth, Kassierin,
Dipl.-Vw. Helmut Mohr, Kassaprüfer, Ingelies Zimmermann,
Obmannstellvertreterin, Anton Rauch, Ehrenobmann, Vizebürgermeisterin
Hilde Zach, Hermann Hell, Obmann, Josefine Justic, Kassierstellvertreterin,
Dir. Erich Sauerwein, Kassaprüfer,
Dipl.-Vw. Hans Kremser.
In einer so schnelllebigen Zeit wie der unsrigen grenzt es
fast an das Unwahrscheinliche, wenn ein Verein ohne eine Unterbrechung
120 Jahre lang besteht, und nicht nur das, sondern auch ein
immer größer werdendes Aufgabengebiet meistert.
Jahreshauptversammlungen sind Gelegenheiten, Bilanz zu legen
und den anwesenden Gästen zu beweisen, dass man mit den
dem Verein anvertrauten Geldmitteln gewissenhaft und im Sinne
der Vereinssatzungen umgeht.
Am 16. April 2002 fand die 120. Jahreshauptversammlung statt.
Dank dem Entgegenkommen von Gen.-Dir. Dr. Fritz Hakl stand
dem Verein der Raika-Saal in der Adamgasse auch diesmal wieder
gratis zur Verfügung.
Obmann Hermann Hell bewies in einem anschaulichen, durch Farbdias
ergänzten Vortrag, was alles im abgelaufenen Jahr geschehen
ist. Von neuen Bänken, Wegsanierungen, Reparaturen, Instandhaltungsarbeiten
bis hin zu neuen Brücken bzw. Stegen, vom Ausschneiden
üppigen Grüns bis zum Mähen von Gras und letztlich
zum Streuen von Splitt in der winterlichen Jahreszeit, aber
auch der Sanierung von Kleinkunstdenkmälern und Gedenktafeln
spannt sich ein breiter Bogen. Die Arbeit geht eigentlich
nie aus, stellt Obmann Hell fest. Dass es daneben auch
möglich war, ein so großes Projekt wie die Restaurierung
des Höttinger Pestfriedhofes zu übernehmen und fertig
zu stellen, übrigens ohne einen Cent Vereinsmittel, sondern
durch Spenden, bestätigt, der Innsbrucker Verschönerungsverein
genießt höchstes Ansehen und rechtfertigt das in
ihn gesetzte Vertrauen.
Ein wichtiger Punkt war anlässlich dieser Jahreshauptversammlung
die Neuwahl des Vorstandes. Im Grunde gab es nur kleine Änderungen
wie sich der neue Vorstand zusammensetzt, bestätigt das
obige Foto.
Zwei Innsbrucker Persönlichkeiten wurden als Ehrenmitglieder
vom Verein für ihre Unterstützung ausgezeichnet.
Frau Vizebürgermeisterin Hilde Zach, die für alle
Anliegen und Probleme des Vereines mehr als nur ein offenes
Ohr hat, die oft als 15. Nothelferin tätig war,
erhielt an diesem Abend die Ehrenmitgliedsurkunde und versicherte,
dass sie nach wie vor dem Verein tatkräftige Hilfe zukommen
lassen wird. Generaldirektor Dr. Fritz Hakl war an diesem
Abend beruflich verhindert, doch für seine Verdienste
um den Verein, für spontane finanzielle Hilfe und persönliches
Engagement bedankte sich der Innsbrucker Verschönerungsverein
bei ihm mit der Ernennung zum Ehrenmitglied.
Das Herzstück des Abends aber war der Vortrag
von Hofrat Dr. Franz Caramelle. Wer ihn kennt weiss, er darf
sich auf Besonderes freuen, und so war es auch an diesem Tag.
Neue Funktionen in alten Räumen in Innsbruck
lautete das Thema, und manche der Zuhörer lernten an
diesem Abend ein Stück Innsbruck kennen, das ihnen nur
vom Hörensagen ein Begriff war.
Ein kleiner Imbiss, zu dem die Bäckerei Lanziner frisches
Gebäck gespendet hat, bot nach dem offiziellen Teil des
Abends Gelegenheit, mit Vereinsmitgliedern, Freunden und Bekannten
zu sprechen und zu diskutieren..
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Neue Spielgeräte
am "Grünen Boden"
Der Spielplatz im Stadtteil Sadrach bedeutet für viele
Kinder ein Paradies im Freien. Die Spielgeräte, die im
Laufe der Jahre verwittert und desolat geworden sind, wurden
vom Innsbrucker Verschönerungsverein unter finanzieller
Beteiligung der Stadt Innsbruck erneuert. Der Verein hat diese
aus Haftungsgründen an die Stadt übergeben, doch
die Pflege und Instandhaltung der Anlage erfolgt weiterhin
durch den Verein.
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Problemfälle:
Gesperrte Wege
 Die
zunehmende Besiedelung des Umlandes von Innsbruck beschert
immer wieder Sperren altbekannter Wege. Obwohl mancher Steig
seit urdenklichen Zeiten existiert, steht der Wanderer plötzlich
vor einer Absperrung. Der Weg wurde versperrt. Ein Grundbesitzer
will das Grundstück verkaufen. Der Käufer will keine
Fußgänger, obwohl ihm bekannt ist, dass seit jeher
ein Steig bestanden hat.
Die Rechtsabteilung der Stadt Innsbruck, Mag.- Abt. IV unter
Herrn Dr. Wilfried Maier, bemüht sich in Zusammenhang
mit der Stadtplanung
alte Steige für Fußgänger zu erhalten und
das Recht der Ersitzung geltend zu machen. Dazu bedarf es
Personen, die bezeugen können, den Weg über 30 Jahre
benützt zu haben. Die Rechtsabteilung der Stadt ersuchte
daher den Innsbrucker Verschönerungsverein, Zeugen namhaft
zu machen, und wir leiten diese Bitte an die Mitglieder des
Vereines weiter. Wenn Sie einen Steig, den Sie seit mehr als
30 Jahre, benützen, plötzlich gesperrt vorfinden,
so melden Sie sich bitte bei der Magistratsabteilung IV, Herrn
Dr. Wilfried Maier, und stellen sich als Zeuge zur Verfügung.
Sie helfen damit den Weg zu erhalten und viele Wanderer werden
Ihnen dafür dankbar sein.
Ein Beispiel vieler Sperren ist eine Verbindung von der Arzler
Straße zur Haller Straße, nahe der kleinen Kapelle.
Vom Nikodemweg gelangte man über einen Steig zur Bahnunterführung
und dann zur Haller Straße. Seit einiger Zeit ist dieser
Steig versperrt. Die Stadt Innsbruck bemüht sich, diesen
Steig zu erhalten und benötigt daher Zeugen. Wir wünschen
der Stadt, wie den Wanderern, dass dieser Steig erhalten bleiben
möge!
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Ehrenmitglied Hilde
Zach
Immer
wenn der Hut brennt, wenn es Probleme gibt, finanzielle
Engpässe auftreten oder der Verschönerungsverein
Unterstützung oder Hilfe braucht, auf Hilde Zach darf
man sich verlassen. Der Innsbrucker Verschönerungsverein
hat sich bei der Vizebürgermeisterin mit der Verleihung
der Ehrenmitgliedschaft bedankt und ist sich sicher, die engagierte
Hilde wird dem Verein auch in Zukunft mit Rat
und Tat zur Seite stehen!
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Danke Ehrenobmann
Anton Rauch
Anlässlich
der 120. Jahreshauptversammlung ist der langjährige Obmann
Anton Rauch auf eigenen Wunsch ausgeschieden. Er versicherte
aber, dass er nach wie vor gerne dem Verein zur Verfügung
stehen und sich besonders der Anliegen in seinem Heimatstadtteil
Mühlau annehmen wird. Durch seine umsichtige und gewissenhafte
Arbeit war und ist Toni Rauch zum Vorbild für den Verein
geworden und dafür sei ihm sehr herzlich gedankt!
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Die Bodensteinalm,
ein Innsbrucker Juwel
Auf
einem lawinengeschützten Bergrücken der Nordkette
liegt knapp über der Waldgrenze in 1600 m Seehöhe
die Bodensteinalm, sie ist die höchstgelegene der Innsbrucker
Almen. Die trockenen Wiesen, von einem Latschengürtel
umgeben, bieten etwa 300 Schafen über den Sommer Nahrung.
Für die Innsbrucker Ausflügler und Wanderer ist
die Bodensteinalm längst ein Begriff. Allein der einmalig
schöne Blick auf die Stadt und das Inntal bis hin zu
den Stubaiern und Zillertalern ist den Besuch wert. Die Wirtin
der Alm, Frau Edith Felderer, kümmert sich um die Wirtschaft,
bietet Speis und Trank und hat für ein freundliches Wort
immer Zeit!
Drei Wege führen auf die Alm: Zünftige Wanderer
erreichen sie auf dem teilweise steilen AV-Steig 216 von der
Hungerburg in knapp 2 Stunden. Etwas länger, aber viel
gemütlicher geht man entlang der Forstwege mit einer
Abzweigung im Bereich der Stütze 3 der Nordkettenbahn.
Dort trifft man auch zahlreiche Radler, die schwitzend den
Berg hinaufstrampeln. Für ganz bequeme Bergsteiger gibt
es die Nordkettenbahn. Von der Seegrube gelangt man in einer
knappen halben Stunde hinunter auf die Alm.
Die Stadt Innsbruck hat viel für ihre Almen getan. Das
schmucke Haus am Berghang hat Anschluss an Strom, Wasser und
Kanal.
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Am Montag fängt
die Woche an
Jeden
Montag, gleich am Morgen, kommen Mitarbeiter, Sachverständige,
Vorstandsmitglieder im Büro des Verschönerungsvereines
am Burggraben zusammen, um gemeinsam mit Obmann Hermann Hell
Aktuelles zu besprechen. Es sind Meldungen über beschädigte
Bänke und verschmierte Tafeln eingegangen. Irgendwo ist
ein Wegstück abgebrochen, ein Geländer wackelt,
alles Arbeiten, die sofort erledigt werden. Die beiden Arbeiter
Peter Obermoser und Josef Pittl notieren das. Gleichzeitig
belegen sie mit den Berichten der abgelaufenen Woche, was
alles geschehen ist. An diesem Tag ist auch SR Dipl.-Ing.
Steiger von der Magistratsabteilung IV anwesend, denn es geht
um Wegeprobleme, die im Bereich der Stadt liegen. Einen zuständigen
Mitarbeiter, Ing. Johann Stern, hat er gleich mitgebracht.
Das umfangreiche Wegenetz, das der Verschönerungsverein
betreut, wird in einem regelmäßigen Rhythmus kontrolliert.
Das ist wichtig, denn Sicherheit hat Vorrang. Arbeiten, die
über die Möglichkeiten oder Kompetenzen des Vereines
hinausgehen, werden mit der Stadt abgesprochen. Den Mitarbeitern
entgeht im Grunde nichts, für die Benützer der Wege
ist das eine große Beruhigung!
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Das war ein brillianter
Vortrag
Vielen
herzlichen Dank, lieber Hofrat Dr. Caramelle! Ihr Vortrag
über Neue Funktionen in alten Räumen
war ein faszinierendes Stück Innsbrucker Heimatkunde!
Es war ein absolutes Vergnügen, Ihnen zuhören zu
dürfen, die Zeit verflog nur so! Ein einziger Wunsch
bleibt, bitte kommen Sie recht bald wieder zum Innsbrucker
Verschönerungsverein!
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Ausflugstipp: Schloss
Tratzberg im Unterinntal
An
den Abhängen der östlichen Ausläufer des Karwendels,
dort, wo das Stanser Joch in steilen Wänden zum Inntal
abfällt, steht weit sichtbar beherrschend zwischen Schwaz
und Jenbach auf einem Felsrücken das prachtvolle Schloss.
Von der alten Grenzburg gegen Bayern, urkundlich 1297 erwähnt,
ist nichts mehr erhalten. Nach einem Brand im Jahr 1490 entstand,
etwa 150 m von der einstigen Anlage entfernt, ein von den
Gewerken Veitjakob und Simon Tänzl errichteter Neubau,
der 1499 fertig gestellt war. In den Jahren 1500 bis 1515
wurden der Süd- und Ostflügel ausgebaut und der
Westflügel teilweise errichtet. Der restliche West- und
der komplette Nordflügel entstand unter dem neuen Besitzer
Georg Ilsung. Seit dem Jahr 1847 steht das Schloss im Besitz
der Grafen Enzenberg.*
Schloss Tratzberg bietet heute einen faszinierenden Spaziergang
in die Vergangenheit. Die Innenräume sind original erhalten.
Herrliche, kunstvoll bearbeitete Säulen aus Unterländer
Marmor tragen schwere, prächtige Holzdecken. Das Mobiliar
ist ebenfalls original erhalten. Hohe aufragende Schränke
mit wunderschönem Zierrat haben einst Wäsche aufgenommen.
Die Himmelbetten bestätigen, unsere Vorfahren waren um
etliches kleiner gewachsen, als wir es heute sind. Geschnitzte,
vergoldete Bilderrahmen umgeben die Porträts früherer
Besitzer, die ernst auf die Besucher blicken und die moderne
Zeit berührt sie ganz bestimmt nicht mehr! Der Habsburgersaal
mit den einzigartigen Wandgemälden, die gotische Fuggerstube,
das Königinzimmer mit reichem Renaissancedekor, die Rüstkammer
und die Hauskapelle sind eindrucksvolle Stationen der Führung.
Schloss Tratzberg wird durch eine besonders liebenswürdige
Art der Präsentation zum Erlebnis. Die Besucher erhalten
ein tragbares Stereo-Kopfhörer-Gerät. Wenn es eingeschaltet
ist, beginnt eine ganz persönliche Führung, denn
es erklingen nacheinander die Stimmen des heutigen Besitzers,
Graf Goess-Enzenberg, seines Vorfahren, sogar Kaiser Maximilian
spricht, und eine liebenswürdige Dame aus längst
vergangenen Tagen erklärt, was sie einst mit den Geräten
im Damenzimmer gemacht hat. Musik aus alten Tagen wechselt
mit Fanfaren- und Hörnerklang ab, Hufgetrappel und Waffengeklirr,
aber auch ein sehnsüchtiges Lied, das einst eine Bewohnerin
von Tratzberg gesungen hat, lassen eine Zeit lebendig werden,
die man heute einfach als Geschichte bezeichnet.
In der Waffenkammer stößt ein gepanzerter Ritter
sein gewaltiges Schwert in den Boden und mit tiefer Stimme
berichtet er den Besuchern von Krieg und Schlachten in schweren
Zeiten.
Der prachtvolle Burghof mit den herrlichen Malereien bildet
Anfang und Ende des Ausfluges in versunkene Tage. Im Souvenirladen
kann man Postkarten und kleine Geschenke sowie Literatur über
Schloss Tratzberg und mehr kaufen.
Das Schloss ist vom 1. April bis 31. Oktober täglich
von 10 bis 16 Uhr zu besichtigen. Wer mit dem eigenen Auto
kommt, fährt bis zum Parkplatz unterhalb des Schlosses
Tratzberg. In einer schwachen halben Stunde erreicht man über
einen schattigen Weg das Schloss. Bequemer geht es mit dem
kleinen Bummelzug, der um nur einen Euro die
Gäste direkt zum Schloss fährt. Wer gerne Kultur
mit Natur verbinden will, fährt mit der Bahn bis Stans,
geht zur Ortsmitte und wandert dann fast eben über einen
schattigen, gut ausgeschilderten Weg zum Schloss Tratzberg.
Wenn sich dann irgendwann einmal nach allem Kulturgenuss knurrend
der Magen meldet, wenige Schritte vom Parkplatz erwartet der
Schlosswirt hungrige und durstige Gäste.
* Dehio Tirol
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