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Mitteilungsblatt Nr. 04 / 2003

AN UNSERE MITGLIEDER

Es ist keine gute Zeit für Vereine. Das trifft nicht allein den Innsbrucker Verschönerungsverein, nein, es betrifft alle jene Vereine, die ihren Mitgliedern nicht unmittelbare Vorteile bieten. Wir leisten keinen Pannendienst, wir verlosen keine Fernreisen. Wir sind eine Gemeinschaft von Bürgern, die sich die Lebensqualität ihrer Stadt Innsbruck auf die Fahnen geschrieben haben. Diesem Ziel dient der Innsbrucker Verschönerungsverein seit mehr als 120 Jahren und er will es auch weiterhin tun. Er geniesst dabei die Unterstützung der Stadt und des Tourismusverbandes, was sich auch in Subventionen niederschlägt.

Woran es uns derzeit mangelt, ist das Engagement unserer Mitglieder. Letztes Beispiel dafür ist der schwache Besuch unseres Herbstvortrags. Die Referentinnen und die musikalische Begleiterin hatten sich sehr viel Arbeit angetan und das Produkt war dementsprechend gut gelungen. Wären Sie dabei gewesen, so hätte es Ihnen sicher gefallen. Doch neunundneunzig Prozent unserer Mitglieder waren nicht da und das ist schade. Einerseits ist es natürlich Ihre ganz persönliche Sache, ob sie an einer Veranstaltung teilnehmen oder nicht. Andererseits aber wird ein Verein durchaus nach der Aktivität und Präsenz seiner Mitglieder beurteilt. Unsere Stimme in der Stadt hat umso mehr Gewicht, als wir uns als starker, lebendiger Verein präsentieren.

Das ganze Jahr 2003 liegen unseren Mitteilungsblättern nun schon Formulare bei, mit denen Sie neue Mitglieder werben können und dafür auch belohnt werden. Wir bitten Sie herzlich darum, sich dieser Blätter auch zu bedienen. Wir brauchen neue Mitglieder, wir brauchen auch junge Menschen, die sich für unsere Stadt einsetzen. Unser Verein hat keinen anderenZweck.

Hermann Hell,
Obmann des Innsbrucker Verschönerungsvereins.

 
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DENKMAL FRANZ THURNER
Rede von Prof. Hans Heinz v. Hye

Am Beginn meiner Ausführungen sei vor allem dem Innsbrucker Verschönerungsverein im Sinne der Pflege unserer Stadtgeschichte aufrichtig dafür gedankt, dass er den 175. Geburtstagg von Franz Thurner nicht stillschweigend hat verstreichen lassen, sondern durch die Restaurierung seines Denkmals hier im Walther-Park einer breiten Öffentlichkeit bewusst gemacht und damit die Persönlichkeit von Franz Thurner in Erinnerung gebracht hat.
Dieses von Feuerwehr-Freunden Franz Thurners bereits 23 Jahre nach seinem allzu frühen Tode initiierte und 1905 feierlich enthüllte Denkmal ist ein Werk des Tiroler Bildhauers Norbert Pfretzschner, wobei die Porträtbüste des Geehrten nach einem Modell von Heinrich Fuß gestaltet worden ist.
Das Denkmal für den Innsbrucker Feuerwehrmann Franz Thurner verdient auch
deshalb besonders hervorgehoben zu werden, weil es eine Rarität darstellt.
Neben den grossen öffentlichen Standbildern der Erzherzoge Leopolds V. und Rudolfs IV. auf den betreffenden prächtigen Brunnen sowie dem Denkmal für den Universitätsprofessor und Dichter Adolf Pichler, gibt es in unserer Stadt nämlich, abgesehen vom Bergisel, nur ganz wenige derartige Denkmäler. Dem Denkmal für Franz Thurner folgten nach 1945, abgesehen von Grabdenkmälern, nur noch jenes für Erzherzog Eugen beim Hofgarten, ein Relief für Sebastian Kandler auf der Hungerburg und vor wenigen Jahren eine kleine Büste für Rudolf Greinz.

Statistisch betrachtet, steht hier somit der einfache Bürger aus St.Nikolaus, man könnte auch sagen ein „Koatlackler“,in einer Reihe mit zwei österreichischen Erzherzogen und einem bekannten Innsbrucker Schriftsteller und Naturwissenschaftler. Auch diese Relation ist in keiner Weise alltäglich. Doch auch Franz Thurner war in keiner Weise ein alltäglicher, unauffälliger Durchschnittsmensch! Wie damit bereits angedeutet, bestätigt die Persönlichkeit Franz Thurners die häufig zu beobachtende Erfahrung,dass die Persönlichkeit eines Menschen nicht zuletzt auch von seiner engeren Umgebung, von einer eigenen Lebens-Atmosphäre mitgeprägt wird.

Hinsichtlich von Anbruggen findet diese Erfahrung mehrfache Bestätigung, zumal hiersowohl in der Vergangenheit als auch in unserer Gegenwart immer wieder bedeutende, sozial engagierte Mitbürger wirken, die nicht nur ihr persönliches Fortkommen als Lebensziel verfolgen, sondern denen auch das ihrer Umwelt, ihrer Nachbarn und ihrer Heimat ganz besonders am Herzen liegt.

Im Falle von Franz Thurner, dem Begründer der Innsbrucker Feuerwehr, bot St.Nikolaus oder Anbruggen, diese uralte Keimzelle unserer Stadt, jenes engere und charakteristische Milieu,in dem er am 25.Oktober 1828, also genau vor 175 Jahren im Hause an der Innstrasse 25 als Sohn eines Seilermeisters geboren worden ist. Stellt man Thurners Geburtsjahr hinein in den Ablauf der Tiroler und der Österreichischen Geschichte, so fällt auf, dass in seiner Kindheit und Jugend noch zahlreiche Zeitzeugen des Tiroler Freiheitskampfes
der Jahre 1796 bis 1814 gelebt haben und dem jungen Burschen darüber berichten konnten. Andreas Hofer galt für ihn sicher noch als leuchtendes Vorbild und nicht als leere Worthülse. Andererseits ist zu beachten, dass Franz Thurner als 20-jähriger Mann im Jahre 1848 nicht nur die revolutionären Ereignisse in den Residenzstädten Mitteleuropas medial aus den Zeitungen miterlebt hat, sondern sogar Zeuge eines bis dahin in Österreich unvorstellbaren Ereignisses wurde, als nämlich der Österreichische Kaiser Ferdinand I. der Gütige vor denWirren der Wiener Revolution nach Innsbruck geflohen war.

Besonders einprägsam im Jahre 1848 war für Thurner auch das Erlebnis der militärischen Bedrohung der heimatlichen Grenze, zu deren Verteidigung er damals erstmals mit den Tiroler Landesschützen in´s Feld zog,- und zwar bereits als Oberjäger der 1.Scharfschützen-Kompanie des Landgerichtes Innsbruck-Sonnenburg. Dieser seiner ersten Ausrückung im Jahre 1848 folgten weitere 1859 und 1866, beide male als erwählter Hauptmann. Die betreffenden Daten finden
sich auch hier am Denkmal eingemeißelt. FranzThurners eigentliches Engagement galt dabei im Sinne der altenTiroler Landesverteidigungsverfassung nur dem akut notwendig gewordenen ebenso pflichtgemäßen wie patriotischen Einsatz zur Verteidigung des TirolerVaterlandes. Der Beruf eines Soldaten jedoch war nicht sein Ziel.
Sein soziales Engagement galt vielmehr der unmittelbaren Hilfeleistung für seine Mitbürger. Offenbar hatte er bei seiner, der weiteren Berufsausbildung als Seiler geltenden „Walz“ durch die Städte Süd- und West-Deutschlands nicht nur seine beruflichen Fähigkeiten und Kenntnisse verbessert, sondern sein Interesse auch jenen neuen Praktiken zugewandt, die die Brand-Bekämpfung auf eine völlig neue Basis gestellt haben.

Nicht mehr der weitgehend ungeordnete Massen-Einsatz aller wehrfähigen Bürger und Mitbewohner, die sich im planlosen Übereifer gegenseitig behinderten, sondern der geplante und gezielte Löscheinsatz gelernter Feuerwehrkräfte war das neue strategische Ziel der Brandbekämpfung. Für einen effektiven Einsatz auf den hohen Feuerwehrleitern, aber auch zum Ziehen und Betreiben der Pumpen- und Gerätekarren etc. brauchte es jedoch nicht nur Einsatzbereitschaft und Mut, sondern auch einen durchtrainierten Körper. Die erste Konsequenz aus seiner ersten, eigentlich der Seilerei gewidmeten Studienreise war es daher, als Turnlehrer die männliche Jugend des Landes zu aktivieren. Bemerkenswerter Weise pflichtete derTiroler Landtag diesem Konzept bei und ernannteThurner im November 1855 zum „akademischen Turnlehrer“. Bereits im folgenden Jahre 1856 nutzte Thurner die Semesterferien, um sich in den süddeutschen Städten, besonders in Stuttgart,- und zwar nicht nur theoretisch-, als Feuerwehrmann ausbilden zu lassen, wobei er einmal sogar nahe daran war, aus der Höhe des dritten Stockwerkes abzustürzen. Auf eigenes Risiko bestellte er damals in Mainz mehrerer Hakenleitern, einen Rettungsschlauch, ein Sprungtuch und andere Feuerwehr-Utensilien.

Nach Innsbruck zurückgekehrt, war Thurner daher intensiv bemüht, nun auch für diesen zweitenTeil seines Konzeptes,für die Errichtung einer Innsbrucker Feuerwehr, Freunde zu gewinnen. Im Jahre 1858 zählte seine Truppe bereits 21 Mann. Doch als es darum ging, auch den Karren mit der Spritze und den übrigen Geräten zum Übungsplatz zu ziehen, gab es anfangs lange Gesichter. Mutig als turnerisch geübter „Steiger“ auf die hohen Leitern zu klettern war eine Sache, als „Karrenzieher“ auf der Strasse ein unansehnliches Bild zu machen, etwas anderes. Doch nachdem hier Innsbrucker Professoren und Unternehmer wie Adam Daum und Rhomberg u. a. mit gutem Beispiel vorangingen, war auch diese Hürde genommen. Überwunden werden konnte auch eine vorübergehende
Missstimmung der Gemeindeführung gegenüberThurner. Maßgeblich zum positiven Stimmungsumschwung trug vor allem der erfolgreiche Einsatz der ThurnerWehr bei einem Innsbrucker Brand des Jahres 1858 bei, welcher am 12.Juli in höchst gefährlicher Weise hinter dem ehemaligen Bruderhaus am Adolf-Pichler-Platz bzw. hinter dem ehemaligen Ursulinenkloster ausgebrochen war.

Eine weitere entscheidende Bewährungsprobe absolvierte dieThurnerwehr
1862 beim Brand des Hauses Herzog Friedrich-Straße 40, welches sich im Besitz
des damaligen Bürgermeisters Karl Adam befand. Damit war endgültig jede Hürde für die Errichtung einer eigenen Innsbrucker Feuerwehr genommen. Dessen ungeachtet erließ der Stadtmagistrat erst zwei Jahre später, unter Adams
Nachfolger Dr. Peer, am 12.Mai 1864 im Sinne Thurners eine neue, moderne Feuerwehrordnung für Innsbruck und ernannte FranzThurner mit Dekret vom 21.Juni 1864 zum „Feuerwehrkommandanten der Stadt Innsbruck“. DiesesAmt wurde damals erstmals geschaffen und von Thurner bis 1871 bekleidet.

Acht Jahre später, im Jahre 1879, ist Franz Thurner dann völlig überraschend und viel zu früh im Alter von nur 51 Jahren bereits gestorben. Die näheren Umstände seines frühenTodes sind derzeit noch unerforscht.
Zusammenfassend dürfen wir am Ende dieser Würdigung FranzThurners feststellen: Er war im positivsten Sinn der Repräsentant einer neuen Zeit, die die geistige Enge und Bequemlichkeit des Biedermeier überwunden hatte und neuen Ideen offen stand.

In diesem Sinne und gemäß des Grundsatzes „Mens sana in corpore sano“ bekannte sichThurner auch als wahrhaft engagierter, fröhlich-optimistischer Freigeist zur damaligen Zuwendung zur Gymnastik. Überdies war er ein zutiefst sozial empfindender Innsbrucker
Bürger und ein durch und durch patriotischer Tiroler. Kurzum, er war in jeder Beziehung ein Mensch, dessen Lebensinhalt, im Sinne desTurner-Kreuzes „Frisch, fromm, fröhlich, frei“ der uneigennützige Dienst am Nächsten war. Dementsprechend findet sich das Turner-Kreuz auch als Wappen-schild, bedeckt von einem Feuerwehrhelm, an derVorderseite des Denkmals für Franz Thurner.

Bleibt abschließend noch mit Freude anzumerken, dass es auch hier und heute noch Menschen und Mitbürger gibt, die allen neokapitalistischen, sogenannten Privatisierungstendenzen zumTrotz, ebenso wie einst Franz Thurner, in Vereinigungen wie jener des InnsbruckerVerschönerungsvereins, der Feuerwehr, der Vereinigung St.Nikolaus, in Musikkapellen und bei den Schützen ihren Lebensinhalt im uneigennützigen Dienst für unsere Gemeinde erblicken.



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DER ARZLER KALVARIENBERG WIRD STABILISIERT

DerArzler Kalvarienberg ist ein landschaftliches Wahrzeichen für jeden, der sich Innsbruck von Osten nähert. Leider aber ist er nicht so stabil, wie man das von Landschaften und noch dazu landschaftlichen Wahrzeichen erwarten würde.
Wind und Wetter nagen am Hang und dasWahrzeichen kam ins Rutschen. Nun hat die Stadt Innsbruck ein Sanierungskonzept präsentiert.

Seit den 70er Jahren weiss man, dass der Hang des Arzler Kalvarienberges erodiert und besonders die Niederschläge und tiefen Temperaturen des Jahres 1999 führten zu Hangrutschungen. Viele Arzler fürchteten, dass die Flanke abbrechen und die Kapelle zuTal rutschen könnte. Vizebürgermeister Dipl.Ing.Eugen Sprenger und Dipl. Ing.Leonhard Steiger vom Amt für Land und Forstwirtschaft stellten nun ein Sanierungskonzept vor.

Experten hatten zweiVarianten zur Wahl gestellt:
Aufschütten des Gegenhangs oder Vernagelung des bestehenden Kalvarienberges. Nun hat man sich für die Vernagelung entschieden. Sie stellt den kleineren Eingriff in das Biotop dar und gilt als nachhaltige Sanierungsmassnahme. Das Aufschütten des Gegenhanges hätte einen rund drei Jahre dauernden Baustellenverkehr durch Arzl bedeutet, während die Vernagelung bereits im Mai 2004 abgeschlossen sein soll.

Vernagelung bedeutet, dass Anker aus Spritzbeton in acht oder mehr Reihen in den Hang eingebracht werden. Dadurch entstehen kleineTerrassen, die mit Humus und Erde aufgeschüttet und anschliessend bepflanzt werden. Als Pflanzen sind Haselnuss, Esche, Ulme, Vogelbeeren, Holunder und diverse Kirscharten vorgesehen. Da die Kapelle am Kalvarienberg ein besonders prägendes Landschaftselement ist, soll sie im Zuge des Projektes so freigestellt werden, dass sie wieder für lange Zeit ungefährdet und weit sichtbar über dem Inntal stehen wird.



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DANK AN DREI STARKE FRAUEN
„Frauenleben in Innsbruck“ Herbstvortrags 2003


„Frauenleben in Innsbruck“ war der Titel unseres Herbstvortrags, zu dem wir am 11.November in den Raiffeisensaal in Innsbruck geladen hatten. Vortragende waren Ellinor Forster und Astrid von Schlachta, die gemeinsam mit Uschi Stanek ein Buch mit dem Titel des Vortrags geschrieben hatten und das mit Untertitel „historisches Stadt- und Reisebuch“ heisst. Diesem Anspruch wurden die beiden Referentinnen,- Uschi Stanek ist beruflich in Berlin-, mehr als gerecht. Es war ein buntes, interessantes und faszinierendes Bild aus Zeiten, in denen die Stellung der Frau in der Gesellschaft auch ganz offiziell eine völlig andere war als heute. Vieles dieser Stellung hat sich bis heute durchaus gehalten, gilt aber zumindest offiziell nicht mehr als gesellschaftlich korrekt.

Neben dem Inhalt war aber auch die Form des Vortrags bemerkenswert. Mit Hilfe neuester Computertechnik war der Vortrag professionell bebildert und viel mehr als ein traditioneller Diaabend. Frau Veronika Kopf untermalte die einzelnen Kapitel mit Musik aus der jeweiligen Zeit, was bis zum gekonnten Einsatz eines Dudelsacks reichte. Es war ein schöner und faszinierender Abend, der sich mehr Besucher verdient hätte. Doch dazu lesen Sie bitte den Leitartikel unseres Obmanns auf Seite 1.



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WINTERDIENST

Peter Obermoser, Arbeiter des Innsbrucker Verschönerungs-vereins, montiert eine der neuen Hinweistafeln für die Wanderwege.
An ausgesuchten Punkten sollen dieseTafeln darauf hinweisen, dass die Wege nicht immer eisfrei und rutschsicher zu begehen sind.
Die Mitarbeiter des Innsbrucker Verschönerungsvereins sind ständig bemüht, das Netz der Wanderwege bestens zu pflegen, doch bringt besonders der Winter viele zusätzliche Gefahren mit sich. Wir wünschen allen unseren Mitgliedern, Bürgern und Gästen schöne Spaziergänge imWinterwald, bitten aber gleichzeitig um besondere Vorsicht bei Eis und Schnee.

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DIE MARIAHILF-KAPELLE IN ARZL


Vor gar nicht so langer Zeit stand die Mariahilf-Kapelle noch am Rand eines einfachen Weges zwischen den Dörfern Mühlau undArzl, mitten in Feldern undWiesen, mit freiem Blick auf den fruchtbaren Talboden östlich von Innsbruck.
Das hat sich in einem einzigen Jahrhundert stark geändert. Heute steht die Kapelle am Rand der stark befahrenen Dörferstrasse, die Wiesen, die Felder und der Ausblick sind verbaut. Die Kapel-le selbst hat sich zwischen Sträucher und Bäume zurückgezogen. 1967 wurde sie zum letzten Mal renoviert und hat dabei ihre rustikale Giebelfront bekommen, eine ausladende, mit schwarzem Kupfer verblechte Traufe, eine Betonschwelle und mit Holz verkleidete Innenwände.

Gebaut wurde die Kapelle vermutlich im Barock, das genaue Baujahr ist aber nicht bekannt. Zwei Votivbilder mit den Jahreszahlen 1712 und 1716 geben einen zeitlichen Anhaltspunkt. Das Mariahilf-Fresko an der Stirnseite der Kapelle stammt vom Historienmaler Josef Arnold sen. und ist 1858 entstanden. 1830 wurde die Kapelle vergrössert. Derzeit wird an der Dörferstrasse gebaut und das ist eine gute Gelegenheit zur Verschönerung der Mariahilf-Kapelle. Mit Hilfe der Stadt und des Bundesdenkmalamtes kümmert sich der Innsbrucker Verschönerungsverein darum.

Unser Renovierungsziel ist nicht nur die Kapelle selbst, sondern ihre ganze Lage. Hangrutschungen haben im Lauf der Zeit die Apsis praktisch eingegraben, was wir rückgängig machen wollen. Der Fussweg zur Kapelle muss neu angelegt werden und mit einfachsten Mitteln wollen wir vor der Kapelle einen kleinen Platz gestalten. Die Kapelle selbst braucht eine Dachreparatur, Ausbesserungen an der Fassade und frische Farbe. Ziel ist es, die Mariahilf-Kapelle aus ihrem Dornröschenschlaf zu erwecken, denn in ihrem jetzigen Zustand bleibt sie vielfach unbemerkt. Das soll nicht so bleiben, denn es wäre besonders schade um gerade diese Kapelle, die den raschen Wandel der Zeiten im wahrsten Sinn des Wortes täglich an sich vorbeiziehen sieht.

Wenn Sie zur Renovierung der Mariahilf-Kapelle inArzl etwas beitragen wollen, so sind wir für eine Spende sehr, sehr dankbar. Ein Erlagschein liegt diesem Mitteilungsblatt bei.Wir sagen schon jetzt ein herzliches Danke!



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SEIT 100 JAHREN IN INNSBRUCK: PRADL UND WILTEN

Seit 1904 sind die ehemals selbständigen Dörfer, bzw. Weiler Pradl und Wilten, Stadtteile von Innsbruck. Universitätsprofessor Dr. Franz Heinz v. Hye wird sich in dieser und unseren folgenden Mitteilungsblättern mit der Geschichte dieser Stadtteile und den Folgen der Eingemeindung im Jahre 1904 beschäftigen. Unsere Serie beginnen wir mit einem historischen Blick
auf Pradl.

Pradl wurde ebenso wie Wilten auf der Grundlage freier demokratischer Verhandlungen und ebensolcher Entscheidungen der Bevölkerung unter der Regierung des Österreichischen Kaisers Franz-Josephs I. mit Wirkung vom 1.Jänner 1904 in die Landeshauptstadt Innsbruck eingemeindet. Bis dahin war Pradl eine Fraktion der uralten Dorfgemeinde Amras.
Der Name Pradl, abgeleitet vom lateinischen „pratalia“ (kultivierte Wiesenfläche), erinnert daran, dass sich hier wohl seit spätrömischer Zeit eine relativ weiträumige landwirtschaftliche Nutzfläche ausgedehnt hat, durch deren südlichen Bereich, an der Stelle der heutigen Wiesengasse, die wichtige antike Römerstrasse von Veldidena (Wilten) in das Unterinntal verlaufen ist. Ein römischer Meilenstein des Kaisers Septimius Severus aus dem Jahr 201 westlich der heutigen Aldranser Auffahrt hat bis zum Jahre 1999 an die einstige grosse Bedeutung dieses Strassenzuges erinnert. Abgesehen von diesem
Meilenstein existieren heute in Nordtirol nur noch zwei römische Meilensteine an ihrem ursprünglichen Standort, nämlich einer am Holzleitensattel und der andere in Reith bei Seefeld.

Der Meilenstein an der Wiesengasse musste aber den Bauarbeiten für das neue Fußballstadion weichen und kam als Leihgabe des Klosters Wilten in das Landesmuseum Ferdinandeum. Er soll jedoch in nächster Zeit durch einen gleichförmigen Gedenkstein im Bereich der Busschleife beim Stadion an der Wiesengasse ersetzt werden. Dies ist umso mehr von Bedeutung, als dieser einzige Römische Meilenstein im Innsbrucker Stadtgebiet eben deshalb als besonderes Kennzeichen in das Pradler Stadtteilwappen aufgenommen worden ist (siehe Abbildung). Überdies gilt er noch heute als östlicher Grenzstein der Pfarre Wilten. Der Sage nach wurde der Stein vom Riesen Haymon, dem Klosterstifter, bis an seinen ursprünglichen Platz geschleudert, um die östliche Grenze des Klosters zu markieren.

Nach der Gründung des Marktes Innsbruck links des Inn um 1165/70 und dem damit verbundenen Bau der ersten und namengebenden Innbrücke, wurde schon bald durch die Pradler Sillbrücke und die Egerdachstrasse eine Verbindung von Amras zum neuen Markt, bzw. zur neuen Innbrücke hergestellt. So wie dies auch anderswo in der Regel zu beobachten ist, so bildete sich auch an der Pradler Sillbrücke alsbald eine Brückensiedlung,
die von ihren Bewohnern nach dem Namen der dortigen Feldflur die Bezeichnung „Predele“ erhielt. Urkundlich erwähnt ist diese Bezeichnung erstmals 1173. Der Siedlungskern entwickelte sich allmählich zu einem kleinen Weiler mit einigen Gehöften und Ansitzen, wobei der Straßenzug der Egerdachstraße noch lange Zeit dominant blieb.

Erst die Schaffung des „Fürstenweges“ von der Innsbrucker Hofburg über die Pradler Sillbrücke nach Schloss Ambras durch Erzherzog Ferdinand II. (in Tirol 1564 – 1595), bedeutete den Startschuss für die Anlage der heutigen Pradler Straße und des südlichen Abschnitts der Amraser Straße, während die Reichenauer Straße ursprünglich nur als Feldweg die Verbindung zum dortigen landesfürstlichen Gutshof gebildet hat, der etwa 1460 errichtet worden war. An der neuen Haupt-, bzw. Pradler Straße entstanden in der Folge die erste (1677) und die zweite Pradler Pfarr-kirche (1908) sowie das dortige Schulgebäude.

Zu erwähnen ist auch die einstige Pappelallee, an die nur noch wenige Bäume bei der Pfarrkirche erinnern. Im Zug der Eingemeindung und zwar schon während der Planungsphase, entstanden nach und nach an der Stelle der einstigen, parallel zur Wiesengasse verlaufenden Feldwege der alten „sieben Gestöße“ die heutigen Defregger, Gumpp- und andere Straßen, wobei der Gasthofname „Neu Pradl“ mit dem dortigen Giebelfähnchen mit der Jahreszahl 1903, als damals östlichstes Haus an der Defregger Straße für sich selbst spricht. An die Planungs- und Verbauungsphase der ersten Jahre nach der Eingemeindung erinnern auch der Name „Leipziger Platz“ zum 10-Jahr-Gedenken an die Völkerschlacht bei Leipzig 1813 sowie Portraitmedaillons von ca. 1909 mit 1809-Bezug an einer Hausfassade an der Südseite des Platzes.
(Diese Artikelserie wird in unseren nächsten Ausgaben fortgesetzt).






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WANDERVORSCHLAG: AM ADOLF-PICHLER-WEG VOM RESCHENHOF ZUR MÜNZE IN HALL

Ausgangsort: Wanderskizze
Gasthof Rechenhof (869m)
Zielort: Alte Münze in der Burg Hasegg in Hall (574m)
Höhenunterschied: 295m, bisThaur fast eben, dann abwärts
Wanderzeit: 2,5-3 Stunden
Weglänge: 12km gesamt; Romediuskirchl 4km Wallfahrtsbasilika Absam 5km – Alte Münze – 3km
Einkehr: Gasthof Rechenhof, Kirchen-wirt in Absam, GH in Hall, Burgtaverne

Dieser Wanderweg kann im Anschluss an den Rosnerweg oder vom Rechenhof aus begangen werden (kein öffentliches Verkehrsmittel zum Rechenhof). Nach dem Gasthof geht es rechts amWaldrand entlang zu einer Kreuzung im Wald mit vielen Ab-zweigungen.
Hier beginnt ein Waldlehrpfad mit der blauen Markierung 14, der um die
großeWiesenfläche des Garzanhofes führt.

Je nachWetter, ob Sonnenschein gewünscht oder Schatten, kann man sowohl nördlich als auch südlich um dieWiese herumgehen.
Nach dem Garzanhof geht es kurz steil bergab und weiter eben zur Adolf-Pichler-Quelle. Kurz danach treten wir wieder auf eine große freie Acker- und Wiesenfläche hinaus, die zum Schloßhof gehört. Bis hierher haben wir 1 Stunde gebraucht und können uns imVorbeigehen die Ruine des früheren
SchloßThaur anschauen.

In den Ruinen dieser ehemals größten Burganlage des Inntales finden im Sommer Freilichttheateraufführungen statt. In fünf Minuten sind wir dann beim allseits bekannten Romediuskirchl, das eigentlich den Namen St. Peter und Paul hat und als Wallfahrtskirche dient. Diese Doppelkapelle wurde 1783 erbaut und mit Deckenfresken derThaurer Maler Josef und Franz Gi-ner geschmückt. Eine sehr schöneAussicht auf das Inntal und den gegenüberliegenden Glungezer kann man von den zahlreichen Ruhebänken genießen. Weiter führt uns ein etwas steilerer, gesicherter Weg hinab in die Thaurer Klamm und östlich wieder leicht bergauf zur Kaponssiedlung.
Hier gehen wir talwärts die Stollenstraße zwei Straßen hinab und zwei-gen
links in den Adolf-Pichler-Weg (offiziel-le Straßenbezeichnung) ab. Nach dem Ortsende führt uns derWeg amWaldrand entlang, bis wir einen Weg direkt hinab zur Wallfahrtskirche in Absam entdecken. Auf diesemWeg hinab erreichen wir nach 9 km schöner Wanderung (2 Stunden) Tirols
meistbesuchte Bittstätte. 1780 wurde die ursprünglich spätgotische Kirche im Rokokostil prächtig ausgestattet.

Am Weiterweg nach Hall sehen wir in der Stainerstraße 7 das Haus, in dem Jakob Stainer, „Vater der deutschen Geigen“, 1617 geboren wurde und auch seine Meistergeigen gebaut hatte. Entweder durch die Krippstra-ße
oder auf dem Breitweg gehen wir südwärts und ständig leicht abfallend zur Innenstadt von Hall hinab. Sehenswerte Bauten gibt es sehr viele in Hall. Am bekanntesten sind die Stadtpfarrkirche St. Nikolaus am Oberen Stadtplatz und die Burg Hasegg mit dem Münzerturm.
St. Nikoklaus, die älteste spätgotische Hallenkirche 1403 beherbergt im vorderenTeil die Waldaufkapelle mit großer Reliquiensammlung und der vermutlich von Michael Pacher geschnitzten Figur „Waldaufmutter“.
Weiter geht es am Bergbaumuseum vorbei durch die Finstergasse in die Eugenstraße und durch einen schmalen Durchgang über die Schweighoferstiege hinab zum Unteren Stadtplatz.
Am Ende der Münzergasse sehen wir schon die Burg Hasegg, das Ziel unserer Wanderung.

Die Burganlage wurde bereits 1306 erwähnt und erlebte 1567 durch die Verlegung der Münzstätte von der Burg Sparberegg hierher einen großen Aufschwung. 1809 wurden die letzten Münzen, der „An-dreas-Hofer-Zwanziger“ und der „Kreu-zer“ hier geprägt. Erst 1975 wurde die Prägestätte wieder eröffnet.

Nach einer Rast in der Burgtaverne sollte man sich noch ein wenig in der mittelalterlichen Stadt mit den zahlreichen Sehenswürdigkeiten umsehen und dazu beim Tourismusverband kostenlos einen Stadtführer und Stadtplan holen.

Text und Karte: Ing. R. Opitz, Innsbruck

Wanderskizze

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Termine 2012 
Einladung in die Basilika Wilten Führung mit Kurzmeditation und Orgelmusik
Dienstag 10. Jänner 2011 Treffpunkt 15h am Platz vor der Basilika
 
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