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Beiträge aus dem Mitteilungsblatt Sommer 2005

WIR BITTEN VOR DEN VORHANG

Bei der kommenden Jahreshauptversammlung ist es wieder einmal so weit:
Die Neuwahl des Vorstandes und des Ausschusses steht an. Ohne diese beiden Gremien wäre der Innsbrucker Verschönerungsverein nicht handlungsfähig; unser Dank gilt deswegen schon jetzt all jenen, die sich für diese ehrenamtlichen Funktionen zur Verfügung stellen und viel kostbare Zeit und Energie dem Verein widmen.

An dieser Stelle wollen wir aber einmal zwei Männer vor den Vorhang bitten, ohne deren unermüdlichen Arbeitseinsatz der Innsbrucker Verschönerungsverein seinen vielfältigen Aufgaben nicht gewachsen wäre, nämlich unsere fix angestellten Mitarbeiter Josef Pittl und Peter Obermoser, die – passend zu unserem Jahresschwerpunkt „Jubiläen“ – heuer beide ein beeindruckendes Dienstjubiläum begehen können: Josef Pittl feierte am 18. Feber seine 25-jährige, Peter Obermoser am 1. März seine 15-jährige Dienstzugehörigkeit zum Verschönerungsverein.

Eine solche Treue der Angestellten zum Arbeitgeber spricht wohl für beide Seiten, denn nur bei einem gut funktionierenden und befriedigenden Arbeitsklima hält man es so lange miteinander aus!
Vielfältig sind dabei die tagtäglich anfallenden Arbeiten, die es zu erledigen gilt.

Der heurige schneereiche Winter stellte die beiden Herren immer wieder vor große Herausforderungen:Der Wilhelm-Greil-Weg muss mit Hilfe eines Traktors geräumt und regelmäßig gestreut werden, auch der Rosner-Weg wird nach Möglichkeit für Wanderer begehbar gehalten. Bei argem Glatteis oder zu viel Neuschnee müssen die Wege aber gesperrt werden – die Sicherheit der Fußgänger ist oberstes Gebot beim Verschönerungsverein.

Ansonsten wird die Winterzeit u. a. für Werkstattarbeiten genutzt:
Neue Bänke werden vorbereitet, alte repariert. Sobald die Schneeschmelze einsetzt, werden die Winterschäden beseitigt: Die Wanderwege und Aussichtsplätze werden „ausgeputzt“ und die Bänke (wieder)aufgestellt.

Dann kann die Wandersaison auf Innsbrucks Wanderwegen, nicht zuletzt dank des Einsatzes der Herren Pittl und Obermoser, wieder richtig in Schwung kommen – hoffentlich ist es bald so weit!

 
weitere aktuelle Themen:


ENTHÜLLUNG DES MÜHLSTEIN-DENKMALS


Am 28. Jänner 2005 wurde in der Kohlstattgasse 1 das vom Innsbrucker Verschönerungsverein
errichtete Mühlstein-Denkmal enthüllt.Trotz beißender Kälte lauschte eine Reihe Interessierter den Ausführungen von Prof. Dr. Franz-Heinz Hye über die Geschichte des Innsbrucker Sillkanals und der dort ansässigen Gewerbebetriebe. Frau Josefine Justic überbrachte Grußworte der Innsbrukker Bürgermeisterin Hilde Zach, anschließend verlagerte sich die Feierrunde in die Büroräumlichkeiten der Firma Voglsanger, deren Seniorchef Dr. Herbert Salcher bei einem kleinen Umtrunk interessante und auch launige Details zu diesem wichtigen Kapitel der innsbrucker Wirtschaftsgeschichte beisteuerte.



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VORHABEN DES VEREINS IM JAHR 2005

Auch in diesem Jahr hat der Innsbrucker Verschönerungsverein viel vor, worüber wir Ihnen natürlich berichten werden:

• Enthüllung des Mühlstein-Denkmals in der Kohlstatt
• Segnung des Ursulinen-Kreuzes am Marktgraben
• Renovierung des Stieglitz-Kreuzes in der Leopoldstraße
• Fertigstellung und Segnung der Maria-Hilf-Kapelle in Arzl
• Renovierung der Leonhard-Kapelle in Allerheiligen
• Renovierung des Bildstöckls an der Villerstraße vor Igls
• Jahreshauptversammlung mit Neuwahl des Vorstandes
• Jubiläumsfeier 125 Jahre Verschönerungsverein.



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LESERFORUM „PRO UND CONTRA“


Innsbruck ist, wie andere Städte auch, ständig Veränderungen unterworfen: Das Wirtschaftsleben verlagert sich immer mehr in die Randzonen, der Tourismus und die Freizeitkultur bestimmen maßgeblich das Antlitz der Innenstadt, Neues ersetzt Altvertrautes. Die Stadtentwicklung steht dabei oft im Streit zwischen Bewahren und Gestalten. Wir
wollen anlässlich des bevorstehenden Vereinsjubiläums Sie, liebe Leserinnen und Leser des Mitteilungsblattes,wieder
einmal an unsere Kolumne „Pro und Contra“ erinnern, die unseren Mitgliedern und allen Interessierten Gelegenheit
gibt, ihre Meinung zu äußern. Schreiben Sie uns!

„Nur wer mitredet, wird auch gehört.“

Nach diesem Motto bitten wir Sie um Ihre Zuschriften. Wann immer Ihnen etwas für Innsbruck Positives oder Negatives auf- oder einfällt, bitte teilen Sie es uns mit! Zu „Pro und Contra“ gehört alles, was das Stadtbild, die Lebensqualität und die Entwicklung Innsbrucks und seiner Umgebung betrifft. Wir freuen uns aber auch über – auch gerne kritische! – Leserbriefe zu unserer Vereinsarbeit.

Wir drucken Ihre Meinung!

Ausgewählte Zuschriften werden wir in den Mitteilungsblättern und auf unserer Homepage veröffentlichen, vor allem
aber werden wir uns mit allen Ihren Anliegen und Anregungen beschäftigen und als Innsbrucker Verschönerungsverein
bemüht sein, Ihre Meinung im Sinne der Vereinsziele bestens zu vertreten.

Unsere Adresse:
Innsbrucker Verschönerungsverein
Burggraben 3
A-6020 Innsbruck


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WAHLVORSCHLAG ZUR NEUWAHL

Für die im Zuge der Jahreshauptversammlung 2005 geplante Neuwahl des Vorstandes bzw. Ausschusses stehen folgende Personen zur Wahl:

Vorstand:
• Hermann Hell, Obmann
• Josefine Justic, Obmann-Stellvertreterin
• Nothburga Decristoforo, Kassierin
• Dr.Albert Fiegl, Schriftführer

Ausschussmitglieder:
• Ing. Mark Dablander
• HR Dr. Hans Gschnitzer
• Dipl.Vw. Hans Kremser
• Hansjörg Patscheider
• Gustav Sonnewend

Rechnungsprüfer:
• Dipl.Vw. Helmut Mohr
• Dir. Erich Sauerwein

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EIN BLICK IN DIE RESTAURATORENWERKSTATT


Ein ganz großes Projekt des Innsbrucker Verschönerungsvereines, nämlich die Renovierung der Mariahilf-Kapelle in Arzl, steht nun – auch dank der eindrucksvollen Spendenfreudigkeit unserer Mitglieder – kurz vor dem Abschluss.
Das Gebäude erstrahlt nach der Sanierung bereits in neuem Glanz, die wertvollsten Teile der Innenausstattung
jedoch befinden sich noch in der Restauratorenwerkstatt.

Der barocke Altar, dessen Entstehungszeit um1730 datiert, wird dem Bildhauer Stefan Föger zugeschrieben. Er steht zur Zeit in der Leutasch beim Restaurator und Vergolder Manfred Neuner, der die kalten Wintermonate gerne für Werkstattarbeiten nützt.
Beim Abbau des Altars musste er einen starken Befall mit Anoben – im Volksmund Holzwurm genannt – feststellen, außerdem Schäden durch Feuchtigkeit und Holzschwund. Am meisten beeinträchtigten aber die bei vorhergehenden Renovierungen vorgenommenen Übermalungen
das Erscheinungsbild des Altaraufbaus und der Figuren.

Zunächst gilt es also, diese Übermalungen chemisch und mechanisch zu entfernen, das Holz zu festigen und gegen den Wurmbefall zu behandeln. Dann erst kann die für den Restaurator erfreulichere konstruktive Restaurierungsarbeit beginnen, die aus behutsamen Erhaltungs-
und Ergänzungsmaßnahmen besteht und deren Ziel es ist, möglichst nahe
am Originalzustand zu bleiben, nicht ein „neues“ Werk zu schaffen.
In einem Licht durchfluteten Erker in der Andreas-Hofer-Straße hat hingegen das dazugehörige Altarbild bei der Restauratorin Mag. Hemma Kundratitz sein Winterquartier. Es zeigt ein fein gemaltes Mariahilf-Motiv in der Tradition des berühmten Originals von Lukas Cranach auf hölzernem Untergrund, der ebenfalls stark vom Holzwurm in Mitleidenschaft gezogen ist. Außerdem führte der Holzschwund zu etlichen Rissen, die bei den vorhergegangenen Renovierungen teilweise wulstig verkittet und anschließend übermalt worden sind.

Die erste Renovierung dürfte bereits 1830 im Zuge der Vergrößerung der Kapelle erfolgt sein. Leider wurde das Bild damals mit einer kaum löslichen Farbe übermalt, so dass es der estauratorin zu ihrem großen Bedauern nicht möglich ist, die darunter liegende originale, zum Teil lasierende Malerei ohne Beschädigung freizulegen.Von den späteren groben Verkittungen und Übermalungen wurde das Bild jedoch befreit und die Beschädigungen der Bildtafel repariert.

Als Besonderheit weist das Bild schmückende Applikationen auf, die als Ausdruck der Volksfrömmigkeit nachträglich am Bild angebracht worden sein dürften. Es handelt sich dabei um fein getriebene Messingkronen mit bunten Steinen für Mutter und Kind sowie verschiedene Schmuckstücke aus Silber und Granaten, die Maria auf dem Gewand trägt. Diese Applikationen werden derzeit in einer Schmuckwerkstatt gesäubert und instand gesetzt. Nach dem Abschluss der Restaurierungsarbeiten am Tafelbild wird ein neuer Schutzfirnis aufgebracht und anschließend werden die Applikationen wieder befestigt.

Im Frühling werden Altaraufbau und Altarbild, gemeinsam mit dem von der Schlosserei Georg Amort in Matrei am Brenner restaurierten Altargitter in die Mariahilf-Kapelle zurückkehren und damit den Schlusspunkt unter die aufwändige Wiederherstellung dieses Kleinodes setzen.

Am Sonntag, dem 26. Juni 2005, um 10 Uhr 15 wird die durch den Innsbrucker Verschönerungsverein renovierte Mariahilf-Kapelle in Arzl feierlich gesegnet.
Die Segnung wird von Altbischof Dr. Reinhold Stecher gemeinsam mit dem Arzler Pfarrer Dr. Anton Eppacher vorgenommen.
Wir bitten alle Interessierten, sich diesen Termin vorzumerken.




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DER URSULINENORDEN IN INNSBRUCK

Als die heilige Angela Merici aus Brescia im Jahre 1535 einen Verein von Jungfrauen „zur Übung der christlichen Liebe durch Unterricht und Erziehung der weiblichen Jugend“ gründete, dessen Satzungen auf der Grundlage der Augustinerregel basierten, war damit die „Gesellschaft der heiligen Ursula“, die Ursulinen entstanden. Hauptaufgabe des Ordens ist nach wie vor die Mädchenerziehung in Schulen und Pensionaten; die Schwestern tragen bei der Erfüllung dieser wichtigen Aufgabe einen schwarzen Habit, einen schwarzen Gürtel mit Rosenkranz,einen weißen Unterschleier und eine weiße Stirnbinde.

In Innsbruck begannen die Ordensschwestern den Unterricht der weiblichen Jugend aufgrund der Stiftung von 30.000 Gulden durch den Grafen Ferrari von Orchieppo für den Bau eines Klosters der Ursulinen im Jahre 1689.
1691 kamen die ersten drei Schwestern aus Landshut in die Stadt am Inn, bezogen Quartier in der Sillgasse und eröffneten eine Schule. Die erste Oberin war Benedikta Freiin von Lerchenfeld.
In den Jahren 1700 – 1704 erfolgte der Klosterbau am Innrain durch Hofbaumeister Johann Martin Gumpp d. Ä. und
dessen Söhne. 1705 wurde die Klosterkirche zur Heimsuchung Mariä geweiht.
Der Orden blühte, was das hohe Ansehen bei der Bevölkerung und die zahlreichen Eintritte beweisen.

Weder Josephinische Reformen noch bayerische Besatzung schadeten dem Klosterkomplex, dessen ausgedehnte Fassade bis heute das Erscheinungsbild des Innraines prägt. Allerdings verbergen
sich heute hinter den regelmäßigen Fensterreihen keine Klosterzellen mehr und der geräumige Garten im Innenhof, der 1826 noch als „die kleine Welt der Nonnen“ beschrieben wird, ist verschwunden.
1979 übersiedelten die Ursulinen in ihr neues Kloster am Fürstenweg, das Areal an Innrain und Marktgraben wurde profaniert und für Büro- und Wohnzwecke adaptiert.

Mag. Dr. Gertraud Donke














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INNSBRUCKER WANDERWEGE: DER WILHELM-GREIL-WEG


Am 3.März 1913 beschließt die Jahresversammlung des Innsbrucker Verschönerungsvereins
den Ausbau des Wilhem-Greil-Weges von der „Weyerburg“ auf den Hungerburgboden. Bei der Sitzung anwesend sind Bürgermeister Wilhelm Greil und die Gemeinderäte der Stadt,die
für dieses Wegbauprojekt die entsprechenden Subventionen in Aussicht stellen.
Begünstigt wird der Entschluss für dieses Vorhaben auch, weil die Stadt Besitzerin
aller Gründstücke in diesem Baubereich ist.Der Auftrag wird an das Bauunternehmen
Riehl vergeben, während der städtische Oberingenieur Konzert die Bauaufsicht
übernimmt. Am 28.Mai beginnen die Arbeiten mit der Errichtung von Baracken,
Feldschmieden und Kochhütten. Entlang der ausgesteckten Trasse werden die
Bäume und Sträucher gefällt und eine Zeit lang „erdröhnen Sprengschüsse mit einer Regelmäßigkeit, welche Weckuhren für viele Bewohner entbehrlich machen“.
Technisch schwierig gestaltet sich die Wegführung knapp oberhalb der Weiherburg
im Bereich des heute nur mehr im Zuge eines Alpenzoo-Besuches zugänglichen
Engländergrabes. Große Stützmauern müssen errichtet und zahlreiche
Sprengungen durchgeführt werden. Weiter oben gilt es alte Holztriftwege zu respektieren
und zu überbrücken. Für Eilige und Sportler werden einige Abkürzungen geschaffen, während für gemächliche und ältere Spaziergänger an schönen Aussichtspunkten
Bänke aufgestellt werden.

Eine Besonderheit stellt der 220 m lange „Geologensteig“ im unteren Drittel des
Wilhelm-Greil-Weges dar,welcher an einigen Stellen sehr anschaulich den Aufbau der Nordkette mit seiner Höttinger Breccie zeigt. Geheimrat Prof. Penck aus Berlin bedankt sich im Jänner 1914 in einem Brief beim Innsbrucker Verschönerungsverein „auf das wärmste für die Anlage des Geologensteiges“. Denn früher – so entnehmen wir seinen Tagebuchaufzeichnungen – „erschwerte dichtes Buschwerk den Überblick“, oder:
„... deutlich erinnere ich mich, wie oft ich den richtigen Aufschluss erst nach langem Suchen gefunden habe, weil kein Weg zu ihm hinführte. Wie anders heute.“
Noch zu Lebzeiten des Bürgermeisters Wilhelm Greil (1850 – 1928) wird der 2787 m lange und stellenweise 4 m breite, sich in sieben größeren und 30 kleineren Kurven auf die Hungerburg hinaufschlängelnde Weg nach diesem benannt.
Nach nur fünfmonatiger Bauzeit und reinen Baukosten von 37.500 Kronen ist der
Wilhelm-Greil-Weg am 18. Oktober 1913 offiziell fertig gestellt. An diesem Tag erhalten die Riehl’schen Arbeiter vom Innsbrucker Verschönerungsverein Geldgeschenke für ihre Leistungen. Heute laden zahlreiche schattige Waldpartien, lauschige Plätze und sonnige Aussichtspunkte Jung und Alt zu einem Spaziergang auf dem bequemen Wilhelm-Greil-Weg ein.

Bernhard Nicolussi Castellan.



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DER RÖMERSTEIN AN DER WIESENGASSE
KRITISCHE ÜBERLEGUNGEN ZUM ERSATZSTEIN DES RÖMISCHEN MEILENSTEINS AN DER WIESENGASSE UND ZU DEM DARAUF ANGEBRACHTEN TEXT

Bekanntlich stand am südlichen Straßenrand der Wiesengasse bis zum Jahre 1999 ein antiker Römischer Meilenstein. Auf Grund von Inschriftresten und in Analogie zu gleichzeitigen Meilensteinen in Südtirol konnte festgestellt werden, dass dieser Stein aus dem Jahre 200/201
n. Chr. bzw. aus der Regierungszeit des Kaisers Septimius Severus (193-211) stammt. Im Zuge der Erweiterung der Wiesengasse als Zufahrt zum neuen Fußballstadion musste der Originalstein leider weichen, wurde jedoch im Dezember 2003 durch Betreiben des Verfassers und mit freundlicher Mithilfe der Frau Bürgermeisterin Hilde Zach auf der dem Originalstandort gegenüberliegendenStraßenseite durch einen Ersatz-Meilenstein aus demselben natürlichen Gneis-Gestein wie das Original in Erinnerung gehalten und ersetzt.

Bei dieser Gelegenheit verfügte die Frau Bürgermeisterin, dass der Stein und seine Geschichte durch eine einzumeißelnde kurze Inschrift gekennzeichnet werden solle. Als jedoch die damit beauftragte Firma im Frühjahr 2004 diesen Auftrag ausführen wollte,wozu der Verfasser
den Text geliefert hat, traf man am Stein bereits eine dem Charakter desselben in keiner Weise entsprechende Plexiglastafel mit Inschrift an, welche von der Innsbrucker Kommunalbetriebs AG finanziert worden ist. Auf diese Inschrift kommen wir noch zu sprechen.

Zunächst ist jedoch hervorzuheben, dass der Meilenstein an der Wiesengasse diese als die unmittelbare Nachfolgerin der betreffenden Römerstraße in das Unterinntal ausweist. Damit ist die Wiesengasse jedoch keine Ausnahme, denn fast alle antiken römischen Meilensteine (z.B. im Vinschgau, im Pustertal, im Wipptal und im Inntal etc.) befinden oder befanden sich an Straßen, die noch heute benutzt werden. Daraus wird ersichtlich, dass die römischen Staatsstraßen selbstverständlich auch nach der Römerzeit noch weiter benutzt und nicht zerstört worden sind. Zerstörungen erfolgten nur durch Naturgewalten (Flusserosion, Bergstürze etc.). Warum auch sollte man eine Straße zerstören, die man dringend benötigte! Im Falle des Römersteines an der Wiesengasse kommt noch dazu, dass dieser seit eh und je als östlicher Grenzstein der Alt-Pfarre Wilten fungierte, deren Ursprung im spätrömischen VELDIDENA bzw. in der 1.Hälfte des 5.Jahrhunderts liegt. Es ist daher mehr als unverständlich wenn im Text auf der Plexiglastafel verkündet wird: „Ursprünglich befand sich der Meilenstein an der römischen Brennerstraße.“
Demnach also hätte ein besonders intelligenter Nachfahre der Römer diesen fast 2 Meter langen und sehr schweren Stein irgendwo an der römischen Brennerstraße ausgegraben, ihn herunter nach Wilten und schließlich zur Wiesengasse geschleppt, um ihn dort - warum
auch immer - wieder aufzustellen. Dass der Stein überdies nicht nur als römische Straßenmarkierung sondern immer schon auch als östlicher Grenzstein der spätrömischen Alt-Pfarre Wilten fungiert hat und noch heute fungiert, blieb dem Verfasser des Textes offenbar unbekannt.

Doch um einen Pfarr-Grenzstein an der Wiesengasse aufzustellen, hätte man nicht einen römischen Meilenstein von der Brennerstraße herbeischleppen müssen. Dies hätte man einfacher erledigen können. Da der römische Meilenstein an der Wiesengasse jedoch einen
markanten Grenzpunkt bot,hat man sich dessen bereits bei der Errichtung der spätrömischen Pfarre Veldidena-Wilten bedient. Und dies galt auch für einen nicht mehr existenten Römischen Meilenstein an der westlichen Pfarrgrenze gegen Kematen.

Bleibt nur zu hoffen, dass der zitierte irritierende und nicht informierende Text auf der Plexiglastafel bald entfernt und der Wunsch der Frau Bürgermeisterin nach einem eingemeißelten wirklichen Info-Text endlich erfüllt werde.

Univ.-Prof. Dr. Franz-Heinz v.Hye







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WA N D E R T I P P: ZUM WANDERPARADIES MARIA WALDRAST AUF FÜNF
VERSCHIEDENEN WEGEN AUS ZWEI TÄLERN


Die Wanderung zu dem auf 1638 m gelegenen Wallfahrtsort kann auf vielen Wegen und zu jeder Jahreszeit in Angriff genommen werden.

1. Ausgangsort: Schönberg,1013 m bzw. mit Auto nach Gleins, 1412m.
Vom Parkplatzfür Gäste des Gasthauses „Gleinser Hof“ (bis hierher 1 Stunde Fußweg von
Schönberg) geht es leicht ansteigend auf dem Gleinser Berg durch Wald, ehe wir
nach ca.2 km zu den botanisch interessanten Gleinser Mähdern kommen.Zwischen
Bergblumen, wundervollem Wollgras sowie urigen Lärchen und Fichten wandern
wir auf dem Gleinser Steig,nun stärker ansteigend, zu einem herrlichen Aussichtspunkt
auf 1784 m (mit Gipfelbuch) hinauf:
sehr schöne Aussicht auf die Tuxer und Zillertaler Ferner. Von hier kann man, zum
Teil steil abfallend, östlich unter dem Waldraster Jöchl direkt zum Kloster Maria Waldrast absteigen. Doch weniger anstrengend ist der rechts abzweigende Fahrweg in Richtung Ochsenhütte (bewirtschaftet), doch nicht hinab zur Hütte, sondern fast eben auf dem Fahrweg geradeaus zum Joch,1689 m und südlich hinab zum Kloster.
Gehzeit von Gleins: 2 Stunden
Höhenunterschied: 370 m
Weglänge: 6 - 7 km

2.Ausgangsort: Mieders,953 m bzw.mit Lift zum Koppeneck, 1605 m.
Der Miederer Kapellenweg beginnt oberhalb des Dorfes beim Zirkenbach und führt, ständig steigend, unter dem Hochserleslift und der Sommerrodelbahn Stubai hindurch bis auf 1551m, wo links der Fahrweg zum Koppeneck abzweigt. Bis hierher sind 600 Höhenmeter in 1,5 Stunden geschafft und für die restlichen 130 geht es gemütlich weiter durch Wald bis
zum Kloster.
Gesamtgehzeit: 2,5 – 3 Stunden
Höhenunterschied: 730 m
Weglänge: 6 km

3. Ausgangsort: Fulpmes, 937m.
Über die Ruetzbrücke am Ortseingang, dann auf der gegenüberliegenden Straßenseite links
auf den Wallfahrtsweg,der in 1,5 Stunden, ständig durch Kiefernwald ansteigend, zum Gasthof Sonnenstein, 1364 m führt. Der großteils schattige Weg geht nun weiter bergauf auf das Jöchl,1689 m und kurz hinab zum Servitenkloster.
Gehzeit: 2,5 – 3 Stunden
Höhenunterschied: 750 m
Weglänge: 6 km

4.Ausgangsort: Medraz, 922 m.
Dieser bei der „Blutschwitzerkapelle“ östlich von Medraz beginnende Wallfahrtsweg (auch
Talersteig genannt) ist ebenso schattig, aber nicht so stark ansteigend wie der vorher beschriebene Weg. Ab Gasthof Sonnenstein weiter wie oben.
Gehzeit: 2,5 – 3 Stunden
Höhenunterschied: 770 m
Weglänge: 7 km

5.Ausgangsort: Matrei am Brenner, 990m bzw.Parkplatz beim Mauthäusl, 1180 m.
Zuerst auf der Mautstraße, doch nach ca. 10 min. bei einem Wasserschloss den rechten Weg benutzend,wandern wir den mit schönen Bildstöcken versehenen Wallfahrtsweg bergauf. Bei der Quelle „Mutterwasser“ treffen wir links die Mautstraße, wir gehen jedoch auf einer Abkürzung den Wallfahrtsweg über schöne Almböden hinauf zum Kloster.
Achtung: Im Winter ist dieser Weg die für Fußgänger gesperrte Rodelbahn!
Gehzeit: 2 Stunden bzw. 1,5 Stunden Höhenunterschied: 650 m bzw. 460 m Weglänge: 5 km bzw. 3,5 km

Endziel aller beschriebenen Wege ist das 1621 gegründete Servitenkloster mit frühbarocker Kirche. Dem Kloster ist ein Gasthof angeschlossen, von dessen viel besuchter Terrasse sich ein herrlicher Ausblick auf den gegenüberliegenden Blaser sowie die Tuxer und Zillertaler Alpen bietet. Das ganze Jahr über gibt es sehr gute Hausmannskost, auch
Übernachtungsmöglichkeit (60 Betten).
Gegenüber dem Kircheneingang steht der weithin bekannte Brunnen mit heilkräftigem
„rechts drehendem“ Wasser.

Ing. Rolf Opitz

Wanderskizze

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Termine 2009 

Führung durch die generalsanierte Hofburg in Innsbruck

Dienstag, 13. Juli 2010, um 9.30 Uhr
Hofburg, Haupteingang

 
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