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ENTHÜLLUNG DES MÜHLSTEIN-DENKMALS
Am
28. Jänner 2005 wurde in der Kohlstattgasse 1 das vom
Innsbrucker Verschönerungsverein
errichtete Mühlstein-Denkmal enthüllt.Trotz beißender
Kälte lauschte eine Reihe Interessierter den Ausführungen
von Prof. Dr. Franz-Heinz Hye über die Geschichte des
Innsbrucker Sillkanals und der dort ansässigen Gewerbebetriebe.
Frau Josefine Justic überbrachte Grußworte der
Innsbrukker Bürgermeisterin Hilde Zach, anschließend
verlagerte sich die Feierrunde in die Büroräumlichkeiten
der Firma Voglsanger, deren Seniorchef Dr. Herbert Salcher
bei einem kleinen Umtrunk interessante und auch launige Details
zu diesem wichtigen Kapitel der innsbrucker Wirtschaftsgeschichte
beisteuerte.
[Übersicht]
VORHABEN DES VEREINS IM JAHR 2005
Auch in diesem Jahr hat
der Innsbrucker Verschönerungsverein viel vor, worüber
wir Ihnen natürlich berichten werden:
Enthüllung des Mühlstein-Denkmals in der
Kohlstatt
Segnung des Ursulinen-Kreuzes am Marktgraben
Renovierung des Stieglitz-Kreuzes in der Leopoldstraße
Fertigstellung und Segnung der Maria-Hilf-Kapelle in
Arzl
Renovierung der Leonhard-Kapelle in Allerheiligen
Renovierung des Bildstöckls an der Villerstraße
vor Igls
Jahreshauptversammlung mit Neuwahl des Vorstandes
Jubiläumsfeier 125 Jahre Verschönerungsverein.
[Übersicht]
LESERFORUM PRO
UND CONTRA
Innsbruck ist, wie andere Städte auch, ständig Veränderungen
unterworfen: Das Wirtschaftsleben verlagert sich immer mehr
in die Randzonen, der Tourismus und die Freizeitkultur bestimmen
maßgeblich das Antlitz der Innenstadt, Neues ersetzt
Altvertrautes. Die Stadtentwicklung steht dabei oft im Streit
zwischen Bewahren und Gestalten. Wir
wollen anlässlich des bevorstehenden Vereinsjubiläums
Sie, liebe Leserinnen und Leser des Mitteilungsblattes,wieder
einmal an unsere Kolumne Pro und Contra erinnern,
die unseren Mitgliedern und allen Interessierten Gelegenheit
gibt, ihre Meinung zu äußern. Schreiben Sie uns!
Nur wer mitredet, wird auch gehört.
Nach diesem Motto bitten wir Sie um Ihre Zuschriften. Wann
immer Ihnen etwas für Innsbruck Positives oder Negatives
auf- oder einfällt, bitte teilen Sie es uns mit! Zu Pro
und Contra gehört alles, was das Stadtbild, die
Lebensqualität und die Entwicklung Innsbrucks und seiner
Umgebung betrifft. Wir freuen uns aber auch über
auch gerne kritische! Leserbriefe zu unserer Vereinsarbeit.
Wir drucken Ihre Meinung!
Ausgewählte Zuschriften werden wir in den Mitteilungsblättern
und auf unserer Homepage veröffentlichen, vor allem
aber werden wir uns mit allen Ihren Anliegen und Anregungen
beschäftigen und als Innsbrucker Verschönerungsverein
bemüht sein, Ihre Meinung im Sinne der Vereinsziele bestens
zu vertreten.
Unsere Adresse:
Innsbrucker Verschönerungsverein
Burggraben 3
A-6020 Innsbruck
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WAHLVORSCHLAG ZUR
NEUWAHL
Für die im Zuge der Jahreshauptversammlung
2005 geplante Neuwahl des Vorstandes bzw. Ausschusses stehen
folgende Personen zur Wahl:
Vorstand:
Hermann Hell, Obmann
Josefine Justic, Obmann-Stellvertreterin
Nothburga Decristoforo, Kassierin
Dr.Albert Fiegl, Schriftführer
Ausschussmitglieder:
Ing. Mark Dablander
HR Dr. Hans Gschnitzer
Dipl.Vw. Hans Kremser
Hansjörg Patscheider
Gustav Sonnewend
Rechnungsprüfer:
Dipl.Vw. Helmut Mohr
Dir. Erich Sauerwein
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EIN BLICK IN DIE RESTAURATORENWERKSTATT
Ein ganz großes Projekt
des Innsbrucker Verschönerungsvereines, nämlich
die Renovierung der Mariahilf-Kapelle in Arzl, steht nun
auch dank der eindrucksvollen Spendenfreudigkeit
unserer Mitglieder kurz vor dem Abschluss.
Das Gebäude erstrahlt nach der Sanierung bereits in
neuem Glanz, die wertvollsten Teile der Innenausstattung
jedoch befinden sich noch in der Restauratorenwerkstatt.
Der barocke Altar, dessen Entstehungszeit um1730 datiert,
wird dem Bildhauer Stefan Föger zugeschrieben. Er steht
zur Zeit in der Leutasch beim Restaurator und Vergolder
Manfred Neuner, der die kalten Wintermonate gerne für
Werkstattarbeiten nützt.
Beim Abbau des Altars musste er einen starken Befall mit
Anoben im Volksmund Holzwurm genannt feststellen,
außerdem Schäden durch Feuchtigkeit und Holzschwund.
Am meisten beeinträchtigten aber die bei vorhergehenden
Renovierungen vorgenommenen Übermalungen
das Erscheinungsbild des Altaraufbaus und der Figuren.
Zunächst gilt es also, diese Übermalungen chemisch
und mechanisch zu entfernen, das Holz zu festigen und gegen
den Wurmbefall zu behandeln. Dann erst kann die für
den Restaurator erfreulichere konstruktive Restaurierungsarbeit
beginnen, die aus behutsamen Erhaltungs-
und Ergänzungsmaßnahmen besteht und deren Ziel
es ist, möglichst nahe
am Originalzustand zu bleiben, nicht ein neues
Werk zu schaffen.
In einem Licht durchfluteten Erker in der Andreas-Hofer-Straße
hat hingegen das dazugehörige Altarbild bei der Restauratorin
Mag. Hemma Kundratitz sein Winterquartier. Es zeigt ein
fein gemaltes Mariahilf-Motiv in der Tradition des berühmten
Originals von Lukas Cranach auf hölzernem Untergrund,
der ebenfalls stark vom Holzwurm in Mitleidenschaft gezogen
ist. Außerdem führte der Holzschwund zu etlichen
Rissen, die bei den vorhergegangenen Renovierungen teilweise
wulstig verkittet und anschließend übermalt worden
sind.
Die erste Renovierung dürfte bereits 1830 im Zuge der
Vergrößerung der Kapelle erfolgt sein. Leider
wurde das Bild damals mit einer kaum löslichen Farbe
übermalt, so dass es der estauratorin zu ihrem großen
Bedauern nicht möglich ist, die darunter liegende originale,
zum Teil lasierende Malerei ohne Beschädigung freizulegen.Von
den späteren groben Verkittungen und Übermalungen
wurde das Bild jedoch befreit und die Beschädigungen
der Bildtafel repariert.
Als Besonderheit weist das Bild schmückende Applikationen
auf, die als Ausdruck der Volksfrömmigkeit nachträglich
am Bild angebracht worden sein dürften. Es handelt
sich dabei um fein getriebene Messingkronen mit bunten Steinen
für Mutter und Kind sowie verschiedene Schmuckstücke
aus Silber und Granaten, die Maria auf dem Gewand trägt.
Diese Applikationen werden derzeit in einer Schmuckwerkstatt
gesäubert und instand gesetzt. Nach dem Abschluss der
Restaurierungsarbeiten am Tafelbild wird ein neuer Schutzfirnis
aufgebracht und anschließend werden die Applikationen
wieder befestigt.
Im Frühling werden Altaraufbau und Altarbild, gemeinsam
mit dem von der Schlosserei Georg Amort in Matrei am Brenner
restaurierten Altargitter in die Mariahilf-Kapelle zurückkehren
und damit den Schlusspunkt unter die aufwändige Wiederherstellung
dieses Kleinodes setzen.
Am Sonntag, dem
26. Juni 2005, um 10 Uhr 15 wird die durch den Innsbrucker
Verschönerungsverein renovierte Mariahilf-Kapelle
in Arzl feierlich gesegnet.
Die Segnung wird von Altbischof Dr. Reinhold Stecher
gemeinsam mit dem Arzler Pfarrer Dr. Anton Eppacher
vorgenommen.
Wir bitten alle Interessierten, sich diesen Termin vorzumerken. |
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DER URSULINENORDEN IN INNSBRUCK
Als
die heilige Angela Merici aus Brescia im Jahre 1535 einen
Verein von Jungfrauen zur Übung der christlichen
Liebe durch Unterricht und Erziehung der weiblichen Jugend
gründete, dessen Satzungen auf der Grundlage der Augustinerregel
basierten, war damit die Gesellschaft der heiligen Ursula,
die Ursulinen entstanden. Hauptaufgabe des Ordens ist nach
wie vor die Mädchenerziehung in Schulen und Pensionaten;
die Schwestern tragen bei der Erfüllung dieser wichtigen
Aufgabe einen schwarzen Habit, einen schwarzen Gürtel
mit Rosenkranz,einen weißen Unterschleier und eine weiße
Stirnbinde.
In Innsbruck begannen die Ordensschwestern den Unterricht
der weiblichen Jugend aufgrund der Stiftung von 30.000 Gulden
durch den Grafen Ferrari von Orchieppo für den Bau eines
Klosters der Ursulinen im Jahre 1689.
1691 kamen die ersten drei Schwestern aus Landshut in die
Stadt am Inn, bezogen Quartier in der Sillgasse und eröffneten
eine Schule. Die erste Oberin war Benedikta Freiin von Lerchenfeld.
In den Jahren 1700 1704 erfolgte der Klosterbau am
Innrain durch Hofbaumeister Johann Martin Gumpp d. Ä.
und
dessen Söhne. 1705 wurde die Klosterkirche zur Heimsuchung
Mariä geweiht.
Der Orden blühte, was das hohe Ansehen bei der Bevölkerung
und die zahlreichen Eintritte beweisen.
Weder
Josephinische Reformen noch bayerische Besatzung schadeten
dem Klosterkomplex, dessen ausgedehnte Fassade bis heute das
Erscheinungsbild des Innraines prägt. Allerdings verbergen
sich heute hinter den regelmäßigen Fensterreihen
keine Klosterzellen mehr und der geräumige Garten im
Innenhof, der 1826 noch als die kleine Welt der Nonnen
beschrieben wird, ist verschwunden.
1979 übersiedelten die Ursulinen in ihr neues Kloster
am Fürstenweg, das Areal an Innrain und Marktgraben wurde
profaniert und für Büro- und Wohnzwecke adaptiert.
Mag. Dr. Gertraud Donke
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INNSBRUCKER WANDERWEGE:
DER WILHELM-GREIL-WEG
Am
3.März 1913 beschließt die Jahresversammlung
des Innsbrucker Verschönerungsvereins
den Ausbau des Wilhem-Greil-Weges von der Weyerburg
auf den Hungerburgboden. Bei der Sitzung anwesend sind Bürgermeister
Wilhelm Greil und die Gemeinderäte der Stadt,die
für dieses Wegbauprojekt die entsprechenden Subventionen
in Aussicht stellen.
Begünstigt wird der Entschluss für dieses Vorhaben
auch, weil die Stadt Besitzerin
aller Gründstücke in diesem Baubereich ist.Der
Auftrag wird an das Bauunternehmen
Riehl vergeben, während der städtische Oberingenieur
Konzert die Bauaufsicht
übernimmt. Am 28.Mai beginnen die Arbeiten mit der
Errichtung von Baracken,
Feldschmieden und Kochhütten. Entlang der ausgesteckten
Trasse werden die
Bäume und Sträucher gefällt und eine Zeit
lang erdröhnen Sprengschüsse mit einer Regelmäßigkeit,
welche Weckuhren für viele Bewohner entbehrlich machen.
Technisch schwierig gestaltet sich die Wegführung knapp
oberhalb der Weiherburg
im Bereich des heute nur mehr im Zuge eines Alpenzoo-Besuches
zugänglichen
Engländergrabes. Große Stützmauern müssen
errichtet und zahlreiche
Sprengungen durchgeführt werden. Weiter oben gilt es
alte Holztriftwege zu respektieren
und zu überbrücken. Für Eilige und Sportler
werden einige Abkürzungen geschaffen, während
für gemächliche und ältere Spaziergänger
an schönen Aussichtspunkten
Bänke aufgestellt werden.
Eine
Besonderheit stellt der 220 m lange Geologensteig
im unteren Drittel des
Wilhelm-Greil-Weges dar,welcher an einigen Stellen sehr
anschaulich den Aufbau der Nordkette mit seiner Höttinger
Breccie zeigt. Geheimrat Prof. Penck aus Berlin bedankt
sich im Jänner 1914 in einem Brief beim Innsbrucker
Verschönerungsverein auf das wärmste für
die Anlage des Geologensteiges. Denn früher
so entnehmen wir seinen Tagebuchaufzeichnungen erschwerte
dichtes Buschwerk den Überblick, oder:
... deutlich erinnere ich mich, wie oft ich den richtigen
Aufschluss erst nach langem Suchen gefunden habe, weil kein
Weg zu ihm hinführte. Wie anders heute.
Noch zu Lebzeiten des Bürgermeisters Wilhelm Greil
(1850 1928) wird der 2787 m lange und stellenweise
4 m breite, sich in sieben größeren und 30 kleineren
Kurven auf die Hungerburg hinaufschlängelnde Weg nach
diesem benannt.
Nach nur fünfmonatiger Bauzeit und reinen Baukosten
von 37.500 Kronen ist der
Wilhelm-Greil-Weg am 18. Oktober 1913 offiziell fertig gestellt.
An diesem Tag erhalten die Riehlschen Arbeiter vom
Innsbrucker Verschönerungsverein Geldgeschenke für
ihre Leistungen. Heute laden zahlreiche schattige Waldpartien,
lauschige Plätze und sonnige Aussichtspunkte Jung und
Alt zu einem Spaziergang auf dem bequemen Wilhelm-Greil-Weg
ein.
Bernhard Nicolussi Castellan.
[Übersicht]
DER RÖMERSTEIN AN DER WIESENGASSE
KRITISCHE ÜBERLEGUNGEN ZUM ERSATZSTEIN DES RÖMISCHEN
MEILENSTEINS AN DER WIESENGASSE UND ZU DEM DARAUF ANGEBRACHTEN
TEXT
Bekanntlich stand am
südlichen Straßenrand der Wiesengasse bis zum Jahre
1999 ein antiker Römischer Meilenstein. Auf Grund von
Inschriftresten und in Analogie zu gleichzeitigen Meilensteinen
in Südtirol konnte festgestellt werden, dass dieser Stein
aus dem Jahre 200/201
n. Chr. bzw. aus der Regierungszeit des Kaisers Septimius
Severus (193-211) stammt. Im Zuge der Erweiterung der Wiesengasse
als Zufahrt zum neuen Fußballstadion musste der Originalstein
leider weichen, wurde jedoch im Dezember 2003 durch Betreiben
des Verfassers und mit freundlicher Mithilfe der Frau Bürgermeisterin
Hilde Zach auf der dem Originalstandort gegenüberliegendenStraßenseite
durch einen Ersatz-Meilenstein aus demselben natürlichen
Gneis-Gestein wie das Original in Erinnerung gehalten und
ersetzt.
Bei
dieser Gelegenheit verfügte die Frau Bürgermeisterin,
dass der Stein und seine Geschichte durch eine einzumeißelnde
kurze Inschrift gekennzeichnet werden solle. Als jedoch die
damit beauftragte Firma im Frühjahr 2004 diesen Auftrag
ausführen wollte,wozu der Verfasser
den Text geliefert hat, traf man am Stein bereits eine dem
Charakter desselben in keiner Weise entsprechende Plexiglastafel
mit Inschrift an, welche von der Innsbrucker Kommunalbetriebs
AG finanziert worden ist. Auf diese Inschrift kommen wir noch
zu sprechen.
Zunächst ist jedoch hervorzuheben, dass der Meilenstein
an der Wiesengasse diese als die unmittelbare Nachfolgerin
der betreffenden Römerstraße in das Unterinntal
ausweist. Damit ist die Wiesengasse jedoch keine Ausnahme,
denn fast alle antiken römischen Meilensteine (z.B. im
Vinschgau, im Pustertal, im Wipptal und im Inntal etc.) befinden
oder befanden sich an Straßen, die noch heute benutzt
werden. Daraus wird ersichtlich, dass die römischen Staatsstraßen
selbstverständlich auch nach der Römerzeit noch
weiter benutzt und nicht zerstört worden sind. Zerstörungen
erfolgten nur durch Naturgewalten (Flusserosion, Bergstürze
etc.). Warum auch sollte man eine Straße zerstören,
die man dringend benötigte! Im Falle des Römersteines
an der Wiesengasse kommt noch dazu, dass dieser seit eh und
je als östlicher Grenzstein der Alt-Pfarre Wilten fungierte,
deren Ursprung im spätrömischen VELDIDENA bzw. in
der 1.Hälfte des 5.Jahrhunderts liegt. Es ist daher mehr
als unverständlich wenn im Text auf der Plexiglastafel
verkündet wird: Ursprünglich befand sich der
Meilenstein an der römischen Brennerstraße.
Demnach
also hätte ein besonders intelligenter Nachfahre der
Römer diesen fast 2 Meter langen und sehr schweren Stein
irgendwo an der römischen Brennerstraße ausgegraben,
ihn herunter nach Wilten und schließlich zur Wiesengasse
geschleppt, um ihn dort - warum
auch immer - wieder aufzustellen. Dass der Stein überdies
nicht nur als römische Straßenmarkierung sondern
immer schon auch als östlicher Grenzstein der spätrömischen
Alt-Pfarre Wilten fungiert hat und noch heute fungiert, blieb
dem Verfasser des Textes offenbar unbekannt.
Doch um einen Pfarr-Grenzstein an der Wiesengasse aufzustellen,
hätte man nicht einen römischen Meilenstein von
der Brennerstraße herbeischleppen müssen. Dies
hätte man einfacher erledigen können. Da der römische
Meilenstein an der Wiesengasse jedoch einen
markanten Grenzpunkt bot,hat man sich dessen bereits bei der
Errichtung der spätrömischen Pfarre Veldidena-Wilten
bedient. Und dies galt auch für einen nicht mehr existenten
Römischen Meilenstein an der westlichen Pfarrgrenze gegen
Kematen.
Bleibt nur zu hoffen, dass der zitierte irritierende und nicht
informierende Text auf der Plexiglastafel bald entfernt und
der Wunsch der Frau Bürgermeisterin nach einem eingemeißelten
wirklichen Info-Text endlich erfüllt werde.
Univ.-Prof. Dr. Franz-Heinz v.Hye
[Übersicht]
WA N D E R T I P P: ZUM
WANDERPARADIES MARIA WALDRAST AUF FÜNF
VERSCHIEDENEN WEGEN AUS ZWEI TÄLERN
Die Wanderung zu dem auf 1638 m gelegenen Wallfahrtsort kann
auf vielen Wegen und zu jeder Jahreszeit in Angriff genommen
werden.

1. Ausgangsort: Schönberg,1013
m bzw. mit Auto nach Gleins, 1412m.
Vom Parkplatzfür Gäste des Gasthauses Gleinser
Hof (bis hierher 1 Stunde Fußweg von
Schönberg) geht es leicht ansteigend auf dem Gleinser
Berg durch Wald, ehe wir
nach ca.2 km zu den botanisch interessanten Gleinser Mähdern
kommen.Zwischen
Bergblumen, wundervollem Wollgras sowie urigen Lärchen
und Fichten wandern
wir auf dem Gleinser Steig,nun stärker ansteigend, zu
einem herrlichen Aussichtspunkt
auf 1784 m (mit Gipfelbuch) hinauf:
sehr schöne Aussicht auf die Tuxer und Zillertaler Ferner.
Von hier kann man, zum
Teil steil abfallend, östlich unter dem Waldraster Jöchl
direkt zum Kloster Maria Waldrast absteigen. Doch weniger
anstrengend ist der rechts abzweigende Fahrweg in Richtung
Ochsenhütte (bewirtschaftet), doch nicht hinab zur Hütte,
sondern fast eben auf dem Fahrweg geradeaus zum Joch,1689
m und südlich hinab zum Kloster.
Gehzeit von Gleins: 2 Stunden
Höhenunterschied: 370 m
Weglänge: 6 - 7 km
2.Ausgangsort: Mieders,953
m bzw.mit Lift zum Koppeneck, 1605 m.
Der Miederer Kapellenweg beginnt oberhalb des Dorfes beim
Zirkenbach und führt, ständig steigend, unter dem
Hochserleslift und der Sommerrodelbahn Stubai hindurch bis
auf 1551m, wo links der Fahrweg zum Koppeneck abzweigt. Bis
hierher sind 600 Höhenmeter in 1,5 Stunden geschafft
und für die restlichen 130 geht es gemütlich weiter
durch Wald bis
zum Kloster.
Gesamtgehzeit: 2,5 3 Stunden
Höhenunterschied: 730 m
Weglänge: 6 km
3. Ausgangsort: Fulpmes,
937m.
Über die Ruetzbrücke am Ortseingang, dann auf der
gegenüberliegenden Straßenseite links
auf den Wallfahrtsweg,der in 1,5 Stunden, ständig durch
Kiefernwald ansteigend, zum Gasthof Sonnenstein, 1364 m führt.
Der großteils schattige Weg geht nun weiter bergauf
auf das Jöchl,1689 m und kurz hinab zum Servitenkloster.
Gehzeit: 2,5 3 Stunden
Höhenunterschied: 750 m
Weglänge: 6 km
4.Ausgangsort: Medraz, 922
m.
Dieser bei der Blutschwitzerkapelle östlich
von Medraz beginnende Wallfahrtsweg (auch
Talersteig genannt) ist ebenso schattig, aber nicht so stark
ansteigend wie der vorher beschriebene Weg. Ab Gasthof Sonnenstein
weiter wie oben.
Gehzeit: 2,5 3 Stunden
Höhenunterschied: 770 m
Weglänge: 7 km
5.Ausgangsort: Matrei am
Brenner, 990m bzw.Parkplatz beim Mauthäusl, 1180 m.
Zuerst auf der Mautstraße, doch nach ca. 10 min. bei
einem Wasserschloss den rechten Weg benutzend,wandern wir
den mit schönen Bildstöcken versehenen Wallfahrtsweg
bergauf. Bei der Quelle Mutterwasser treffen wir
links die Mautstraße, wir gehen jedoch auf einer Abkürzung
den Wallfahrtsweg über schöne Almböden hinauf
zum Kloster.
Achtung: Im Winter ist dieser Weg die für Fußgänger
gesperrte Rodelbahn!
Gehzeit: 2 Stunden bzw. 1,5 Stunden Höhenunterschied:
650 m bzw. 460 m Weglänge: 5 km bzw. 3,5 km
Endziel aller beschriebenen Wege ist das 1621 gegründete
Servitenkloster mit frühbarocker Kirche. Dem Kloster
ist ein Gasthof angeschlossen, von dessen viel besuchter Terrasse
sich ein herrlicher Ausblick auf den gegenüberliegenden
Blaser sowie die Tuxer und Zillertaler Alpen bietet. Das ganze
Jahr über gibt es sehr gute Hausmannskost, auch
Übernachtungsmöglichkeit (60 Betten).
Gegenüber dem Kircheneingang steht der weithin bekannte
Brunnen mit heilkräftigem
rechts drehendem Wasser.
Ing. Rolf Opitz
Wanderskizze
[Übersicht]
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