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DIE BAROCKZEIT IN INNSBRUCK
Im Rahmen der 123. Jahreshauptversammlung des Innsbrucker
Verschönerungsvereins vermittelte Dr. Gert Ammann, Direktor
des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum, anhand eines Dia-Vortrags
ein Spiegelbild der lebendigen kulturellen Barockmetropole
inmitten Tirols. Zwei Jahrhunderte lang wurde Innsbruck von
barocker Bildsprache und Lebenseinstellung geprägt, stets
getragen von den Gläubigen,den Wirtschaftstreibenden,
der Bürgerschaft, dem landesfürstlichen Hof, dem
Adel und der Kirche. Politik,Wirtschaft und Kunst boten eine
gemeinsame Basis für ein lebendiges Gedeihen der bildenden
und darstellenden Künste. Durch die Hofhaltung und die
Klöster, beispielsweise das Kloster Wilten,fanden Künstler
von auswärts Eingang in Innsbruck und dominierten das
hiesige Kunstgeschehen. Wir bedanken uns ganz herzlich bei
Professor Ammann für den faszinierenden Streifzug durch
diese für Innsbruck so fruchtbare künstlerische
Epoche mit all den Zeugnissen, die sie in unserer schönen
Stadt hinterlassen hat.
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DER NEUE ALTE VORSTAND DES VERSCHÖNERUNGSVEREINS
Bei der im Zuge der Jahreshauptversammlung
2005 durchgeführten Neuwahl
des Vorstandes bzw. Ausschusses wurden einstimmig wiedergewählt:
Vorstand:
Hermann Hell, Obmann
Josefine Justic,Obmann-Stellvertreterin
Nothburga Decristoforo, Kassierin
Dr.Albert Fiegl, Schriftführer
Ausschussmitglieder:
Ing. Mark Dablander
HR Dr. Hans Gschnitzer
Dipl.Vw. Hans Kremser
Hansjörg Patscheider
Gustav Sonnewend
Rechnungsprüfer:
Dipl.Vw.Helmut Mohr
Dir. Erich Sauerwein.
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DER THEMENWEG IN
DER MÜHLAUER KLAMM
Die
vom Innsbrucker Verschönerungsverein gemeinsam mit dem
Forstamt der Stadt Innsbruck betreute Errichtung des neuen
Weges durch die Mühlauer Klamm nimmt immer deutlicher
Gestalt an.Der wassernah angelegte, mäßig steile
Verbindungsweg von der Schweinsbrücke am Rechenhofweg
bis zum Rosnerweg kann ab September zumindest bis zur Baustelle
des gewaltigen, 23 Meter hohen Lawinenrechens in der Klamm
begangen werden.Holzstege und in den Weg eingebaute Treppenstufen
erleichtern die Überwindung der Steilstufe zur Teufelskanzel,
auch die geplanten Info-Tafeln werden bis Herbst fertiggestellt
sein. In Folge des Neubaus des Mühlauer Elektrizitätswerkes
(siehe Artikel S. 4) wird in Zukunft auch wieder mehr Wasser
durch die Klamm fließen und diese zu einem attraktiven
Naherholungsziel machen.
Der neue Weg durch die Mühlauer Klamm stellt somit eine
äußerst gelungene Ergänzung des stadtnahen
Wanderwegnetzes dar.
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DIE RENOVIERUNG DER
MARIA-HILF-KAPELLE IN ARZL IST ABGESCHLOSSEN!
Eines
der größten Projekte des Innsbrucker Verschönerungsvereines
seit Jahren, nämlich die Renovierung der Maria-Hilf-Kapelle
in Arzl, konnte nun dank der eindrucksvollen Spendenfreudigkeit
unserer Mitglieder, aber auch mit Hilfe der offiziellen Stellen
bei der Stadt Innsbruck und dem Land Tirol, der Diözese
Innsbruck, des Stadtarchivs, der Landesgedächtnisstiftung
sowie des Bundesdenkmalamts abgeschlossen werden. Zwar
musste nicht ein einziger Euro aus Vereinsmitteln beigesteuert
werden, dafür wurden aber unzählige ehrenamtliche
Arbeitsstunden unentgeltlich geleistet.
Zwei Jahre dauerte die Renovierungsaktion, die bei der Jahreshauptversammlung
im April 2003 durch einen Vorschlag von Frau Gertraud Kundratitz
ins Rollen gebracht worden war. Frau Kundratitz hatte die
inzwischen äußerst renovierungsbedürftige
Kapelle noch aus ihrer Kindheit in Arzl in Erinnerung: In
der schweren Zeit während des zweiten Weltkriegs waren
die Maria-Hilf-Kapelle und der täglich dort von Pfarrer
Leuprecht abgehaltene Gottesdienst ein wertvoller Ort des
Trostes und der Hoffnung für die Angehörigen der
Soldaten, die im Schlussgebet immer ganz besonders dem Schutz
und Schirm der Gottesmutter anempfohlen wurden.
Der Innsbrucker Verschönerungsverein nahm sich des Projektes
tatkräftig an und kann heute voll Stolz auf das vollbrachte
Werk blicken. Das Gebäude erstrahlt nach der Sanierung
in neuem Glanz.
Die am Sonntag, dem 26. Juni 2005 von Altbischof Dr. Reinhold
Stecher gemeinsam mit dem Arzler Pfarrer Dr. Anton Eppacher
vorgenommene Segnung setzte den feierlichen Schlusspunkt unter
die aufwändige Wiederherstellung dieses Kleinodes. Arzler
Traditionsvereine sowie zahlreiche Festgäste bildeten
den stimmungsvollen Rahmen für die Übergabe dieses
wiedererstandenen Besinnungsortes an die Bevölkerung.
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EIN NEUES ELEKTRIZITÄTSWERK
IN MÜHLAU
Der Mühlauer Bach ist
ein Juwel!
Glasklares Wasser fließt ohne große jahreszeitliche
Unterschiede. Der Bach führt kein Hochwasser nach starken
Gewittern und kein Niederwasser nach langer Trockenheit.
Der Großteil des Wassers kommt vom Einzugsgebiet jenseits
der Nordkette, sickert durch das Kalkgebirge durch und trat
früher bei den Schleierwasserfällen am Mühlauer
Ursprung aus. Heute gibt es diese Wasserfälle nicht
mehr. Das Wasser wird in einem Stollensystem unterirdisch
gefasst und zum Wasserwerk geleitet.
Schon
früh siedelte sich an diesem Bach das Gewerbe an. Zu
Zeiten von Kaiser Maximilian entstand in Mühlau ein
Teil der Schwarzen Mander. Zahlreiche kleine
Mühlen nützten die Kraft des Baches und gaben
diesem Ort den Namen Mühlau.
Im Zeitalter der Industrialisierung entstanden die E-Werke.Mühlen
und Textilfabriken fanden eine sichere Existenz und gaben
vielen Leuten Arbeit. Ein kleines E-Werk im Fuchsloch trägt
die Tafel L. R. 1888. Die Rauchmühle errichtete
damals eines der ersten Wasserkraftwerke Österreichs.
Heute arbeiten noch vier E-Werke am Mühlauer Bach.
Sie erinnern an die Gründerjahre und sind total veraltet.
Ende des Jahres werden sie den Betrieb einstellen. An ihrer
Stelle entsteht ein neues kleines E-Werk am Innufer bei
der Mühlauer Feuerwehr.Das kleine schwarze Gebäude
wirkt zierlich, eine große Glasscheibe ermöglicht
vom Park den Einblick in das Innere des Werks. Der Beobachter
sieht, wie die Energie des Wassers in elektrische Energie
umgewandelt wird.
Das neue Werk nützt das Restwasser des Wasserwerks
in einer einzigen Gefällstufe. Die Führung der
Rohrleitung im dicht bebauten Gebiet ist schwierig und bringt
manche Behinderung.Die Wanderer am Schillerweg können
den Bau der Leitung unterhalb des Weges im Wald verfolgen.
Nach Stilllegung der alten Werke wird mehr Wasser im Mühlauer
Bach fließen. Die alten Anlagen werden weitgehend
demontiert. An Stelle der Rohre wird das Bachbett ausgeweitet
und naturnah gestaltet. Die Innsbrucker können sich
freuen:
Der Mühlauer Bach bleibt ein Juwel.
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BEHINDERUNGEN AM SCHILLERWEG
Laut Auskunft des Innsbrucker Tiefbauamtes werden die
durch den Kraftwerksbau
bedingten gröbsten Behinderungen bis Mitte Juli beseitigt
und der beliebte
Wanderweg wieder durchgehend frei begehbar sein.Im Herbst
beginnt dann das
Forstamt Innsbruck mit der Wiederaufforstung. |
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VIER TIROLER AM JAKOBSWEG
INS STERNENFELD
Seit zehn Jahren marschieren
die Weitwanderer im Sommer 5 - 6 Tage lang durch
die Lande, weil sie der Meinung sind, dass man so Land und
Leute und auch sich selber und seine Freunde besser kennen
lernen kann.Doch letztes Jahr, zum 10-jährigen Jubiläum
der Wandertruppe, wollten sie etwas ganz besonderes kennen
lernen: den Jakobsweg, zumindest die letzten 330 km von
Leon nach Santiago de Compostela.
Und so zogen sie los, im April 2004, am Karfreitag, in Leon,
auf dem uralten Camino Frances, der Hauptroute
des Jakobswegs in Nordspanien: Helmut Krieghofer, seines
Zeichens Uniqa-Landesdirektor, Heinrich Kranebitter, Geschäftsführer
der Immorent West, Architekt Erich Schroffner und Kabarettist
Markus Linder, wegen seines langen Körperbaus von den
Spaniern El Flaco,der Dürre,
oder einfach El Giraffo genannt.
Es waren erlebnisreiche Wochen, 14 Tage unterwegs durch
Hitze, Wind, Eiseskälte, Schneesturm und Regen,zuerst
durch die kastilische Hochebene von Leon nach Astorga,dann
hinauf auf den Rabanal-Pass mit dem Cruz de Ferro,
dem legendären Eisenkreuz, an dem die Pilger seit Jahrhunderten
ihre Sorgensteine niederlegen. Dann ging es hinunter in
eine Landschaft namens Bierzo, nach Ponferrada
und dann nach Villafranca del Bierzo. Dort, im so genannten
kleinen Compostela, könnte man an der Puerta
del Perdon vorzeitig die Pilgerschaft beenden, wenn
man schlapp macht. Davon war bei den 4 Weitwanderern,den
laut Eigendefinition Peregrinos alpinos alternativos
keine Rede, und so erklommen sie den Pass O Cebreiro,
von dem es dann hinunter in die grüne Hügellandschaft
von Galicien ging.
Nach
mehreren Tagen durch pausenlosen Regen erreichten sie dann
endlich bei herrlichem Frühlingswetter Santiago de
Compostela (Sternenfeld),seit mehr als einem Jahrtausend
Zielpunkt von Millionen von Pilgern. Das Grab des Heiligen
Jakobus des Älteren in der Kathedrale ist dabei ein
einzigartiger Magnet. Und in dieser pulsierenden Studentenstadt,
gleichzeitig Weltkulturerbe und christliches Zentrum Spaniens,
verbrachten sie dann noch 2 Tage zum Ausspannen und Vertiefen
der beeindruckenden Reise.
Das Resümee: Es ist ein wunderschönes Gefühl,
unterwegs zu sein, ohne Termine, ohne Zeitdruck, einfach
in Bewegung. Das führt einen zurück zu sich selbst
und, in Kombination mit der wunderschönen Landschaft,
den vertrauten Freunden, den Störchen, den spanischen
Dörflein mit ihren freundlichen Bewohnern, zu deren
Gruß:Buen Camino (Gute Reise)! Und so
komponierten die 4 ein Liedlein selbigen Titels, welches
sie gerne Mitpilgern, Dorfbewohnern, Bauern und Pfarrern
vierstimmig vorsangen, um hernach noch alpine Instrumentalmusik
nachzulegen: an Kastagnette, Mundharmonika, Maultrommel
und Blockflöte.
Zum Dank für das tolle Erlebnis und die gesunde Heimkehr
stifteten die 4 Weitwanderer dem Innsbrucker Verschönerungsverein
eine Bank mit Tisch oberhalb des Gramarthofes, die unüblicherweise
in gelb und blau erstrahlen:Das sind nämlich die Farben
des Jakobswegs. Buen Camino!.
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INNSBRUCKER WANDERWEGE: DER ANDREAS-HOFER-WEG
Lange
Zeit ist es eine Lieblingsidee des Innsbrucker Verschönerungsvereins
gewesen, durch die hübschen Waldungen am Südgelände
von Innsbruck eine bequeme Weganlage zu bauen. Diese
soll, vom Berg Isel zum Husslhof und dann weiter über
die Gallwiese (Mentlberg) bis auf das Natterer Plateau führend,
zu ausgedehnten Spaziergängen einladen. So heißt
es im 27.Tätigkeitsbericht des Vereins aus dem Jahr 1907.
Erste Erschließungsversuche, die misslingen, datieren
aus dem Jahre 1899. Es ist nicht die Angst um ihren Wald,
sondern vielmehr die Befürchtung vieler Waldteilbesitzer,dass
ein bequemer Weg mehr Gesindel anzieht und dort zum Lagern
einlädt.Erst dem Ausschussmitglied Dr. Richard Hueber
gelingt es nach unermüdlichem Einsatz, die 108 im Grundbuch
eingetragenen Interessenten von der Umwandlung des bestehenden,
zum Teil verwachsenen Steiges in einen gut begehbaren Wanderweg
zu überzeugen. In einem Übereinkommen zwischen der
Waldinteressentenschaft Wilten und dem Innsbrucker Verschönerungsverein
werden die Auflagen festgelegt. Dabei profitiert in erster
Linie die Wiltener Waldinteressentenschaft. Sie bekommt einen
idealen Weg zum Holzziehen und muss für Errichtung und
vor allem Instandhaltung keinen Groschen ausgeben. Nach dieser
urkundlich festgelegten Rechtssituation stimmt die Waldinteressentenschaft
Wilten in ihrer Vollversammlung am 21. Februar 1907 dem Wegbau
zu.
Der Auftrag ergeht ohne öffentliche Ausschreibung an
die Firma Ing. Riehl. Die Bauarbeiten beginnen am 25. April
und enden ohne Unfall am 13. Juli. Für den Innsbrucker
Verschönerungsverein ist die Errichtung des Andreas-Hofer-Weges
eine enorme finanzielle Leistung. Die Gesamtkosten betragen
über 11.000 Kronen, wovon zwei Drittel über Spenden
eingebracht werden. Vom Sonnenburgerhof beginnend schlängelt
der Andreas-Hofer-Weg sich sanft schwingend, fast eben, mit
kleinen lichten und bankbesetzten Buchten, die zum Ausruhen
einladen, am Retterhof vorbei. Dann fällt er ab zu jener
Waldkuppe über dem WIFI, wo ehemals ein beliebtes Ausflugsgasthaus,
der Husslhof, stand. Die ursprünglich Atem raubende Steigung
wird durch Felssprengungen entschärft. Und der Wanderer
ist überrascht, wenn er plötzlich im Granit einzementiert
eine ansehnliche Kanonenkugel aus dem Freiheitskampf von 1809
entdeckt. Diese wurde bei den Wegbauarbeiten gefunden und
anlässlich der feierlichen Eröffnung des Weges an
Frau Maria Höpperger, die Besitzerin des Husslhofes übergeben.
Im Winter war der Weg im Bereich des Husslhofes eine beliebte
Rodelstrecke für Jung und Alt.
Was waren das für Zeiten, als sich in diesem Wald 15.000
Tiroler Schützen und Bauernmilizen der 20.000 Mann starken
Armee von Marschall Lefebvre entgegen warfen? Und sie gewannen
diesen Kampf,weil sie begeistert für die gerechte Sache
waren und sie einfach taktisch gut geführt wurden. Die
preußische Königin Luise schrieb über den
Aufstand der Tiroler Bauern an eine Freundin:
Welch ein Mann, dieser Andreas Hofer! Ein Bauer wird
Feldherr, und was für einer! Seine Waffe ein Gebet;
sein Bundesgenosse Gott!
Und dieses treue Schweizervolk
(sic!)
Ein Kind an Gemüt, kämpft es wie die
Titanen mit Felsenstücken, die es von seinen Bergen niederrollt.
Heute ist der Schlachtenlärm verklungen. Ein anderes
Geräusch hat sich übermächtig festgesetzt.
Der Autobahnlärm ist ein ständiger Begleiter der
Wanderer auf dem schönen Andreas-Hofer-Weg. Und nur der
Ausblick auf die neue Sprungschanze und das zu seinen Füßen
liegende Wilten bzw.das sich nach hinten verflüchtigende
Unterinntal entschädigen für die getrübte Ruhe.
Ab und zu sind Bienenkästen etwas abseits des Weges zu
entdecken. Vom Frühjahr bis in den Herbst begleitet das
Summen der Bienen und vielfältiges Vogelgezwitscher die
Wanderer durch den von breitastigen Tannen, harzduftenden
Fichten und gelegentlichen Birken gesäumten grünen
Wald. ,,Mander, sischt Zeit!
, dieser berühmte
Aufruf Andreas Hofers steht hier am Schluss als Aufforderung,
den Andreas-Hofer-Weg zu gehen. Bernhard Nicolussi Castellan
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WA N D E R T I P P: ZUR
STÖFFLHÜTTE AUF DER WALLERALM IM WILDEN KAISERN
Ausgangsort: Eiberg bzw. Egerbach
(Steinbruch), 620 m
Zielort: Walleralm, 1171 m
Höhenunterschied: 551 m
Wanderzeit: 13/4 - 2 1/2 Stunden aufwärts, 11/4 - 11/2
Stunden abwärts
Gesamtlänge: ca. 11 km
Einkehr: Stöfflhütte, Walleralm
Bei Abstiegsvariante: Jausenstationen Maier und Hagenhof sowie
Jausenstation Goingstätt am Hintersteiner See.
Nach 11/4-stündiger Anfahrt von Innsbruck über die
Inntalautobahn bis zur Ausfahrt Kufstein-Süd fahren wir
noch ca.eine Viertelstunde auf der Bundesstraße 173
bis zur ersten 30-km-Beschränkung (ca. 5,5 km). Ungefähr
200 Meter nach dieser scharfen Linkskurve weisen rechts zwei
grüngelbe Schilder (Deponie und Gartenbau Strillinger)
nach links auf eine Forststraße, die nach oben zur Walleralm
führt. Nach ca. 400 m ist beim Steinbruch die Straße
gesperrt (Parkplatz) unlogischerweise gibt es aber
1 km weiter im Wald noch einen zweiten Parkplatz!
Wir
beginnen unsere Wanderung im Ortsteil Egerbach und gehen auf
der Straße links am ca. 30 Meter tiefen Mergellager
vorbei. Der im Jahr 1843 entdeckte hervorragende Kalkmergel
liefert den tonhaltigen Kalk, der, zuerst gebrannt und dann
gemahlen, den Baustoff Eiberg-Zement ergibt. Ungefähr
400 Meter nach dem Steinbruch kommen wir zum Weiler Aßmann
mit einer kleinen Kapelle. Der Ort besteht nur aus drei schönen
Einhöfen mit Mittelflur. Rechts geht die Forststraße
nun langsam aber stetig steigend unter den Felswänden
des 1089 m hohen Eibergkopfes bergan. Der Weg führt stets
im Schatten des hohen Mischwaldes in ca. 1 Stunde zur Abzweigung
Richtung Hölzentalalm. (Die Abzweigung Richtung Steinerne
Stiege Hintersteiner See ist als Abstiegsvariante möglich!)
Ab hier wird der Weg interessanter, da er jetzt in Serpentinen
mit z.T. schönen Ausblicken ins Inntal durch lichteren
Wald in 20 Minuten zum Weiderost der Hochfläche der Walleralm
führt. Ab hier kann man kurz vor dem Almauftrieb
des Viehs in besonderem Ausmaß - die Vielfalt der Blumen
wie Schneerosen, Enzian usw. und Gräser solcher Almwiesen
bewundern. Nach einem großen Bogen sieht man in einer
Senke mehrere Hütten und Almen,drei davon sind bewirtschaftet
und laden zur Labung mit heimischen Produkten ein. In der
Stöfflhütte gibt es zudem hausgemachte Köstlichkeiten
sowie selbst gebrannten Schnaps und drei hervorragende Biersorten
aus der Hausbrauerei des Schwoicher Stöfflhofes: Helles
Gerstl, Dunkles Weißbier und ein Saisonbier. Nach der
Stärkung sollte man noch die 5 Minuten zum gut sichtbaren
Gipfelkreuz hinauf steigen und die Rundumsicht genießen.
Der Abstieg bzw. Rückweg erfolgt auf der gleichen Forststraße,
auf der man das Auto nach 11/4 11/2 Stunden erreicht.
Es gibt aber auch eine etwas beschwerlichere Variante zurück,
diese zweigt kurz hinter der Hölzentalalm links ab. Beschildert
ist der Weg mit Steinerne Stiege Hintersteiner
See (s. o.). Dieser inzwischen auch zur Forststraße
ausgebaute Weg führt erst leicht und später stärker
abfallend durch Wald zu den Jausenstationen Maier und Hagenhof
in der Nähe des West-Endes des Hintersteiner Sees. In
den sauren Wiesen südlich der Jausenstation Goingstätt
kann man bei einem kurzen Abstecher verschiedene Arten von
Orchideen bewundern.
Wir gehen durch leicht abfallende Wiesenpfade in diesem Tal
westwärts und kommen, an einem Wasserschloss vorbei,zum
oberen Beginn der Steinernen Stiege. Achtung!
Dieser Abstieg ist nur für schwindelfreie und bergsichere
Wanderer zu empfehlen. Der steile Treppenabstieg ist gut ausgebaut
und führt ca. 150 Meter neben einem Wasserfallrohr in
die Tiefe. Die Steinerne Stiege wurde im Jahr
1903 als Steigbehelf zur Verlegung der Fallrohre gebaut,allerdings
führte sie damals auf der anderen Seite des Rohres hinauf.
Der Hintersteiner See diente früher als Trinkwasserspeicher
für Bayern und floss in einem Stollen bis zum heute noch
erhaltenen Wasserschloss am oberen Ende der Stiege. Erst vor
ungefähr 30 Jahren wurde die Stiege in der heutigen Trasse
neu angelegt. Unten angelangt geht man nach rechts über
das Rohr und bei der ersten Weggabelung auf dem rechten Weg
zum Weiler Aßmann zurück.(Auf dem Wegschild steht
Whs. Haberg.) Die Wegzeit ist gleich wie oben.
Ing. Rolf Opitz
Wanderskizze
[Übersicht]
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