Startseite Kontakt Vorstand Ehrentafel Wandertipps Archiv
Mitglieder werben

Du gehst den Weg,
sitzt auf der Bank,
so werde Mitglied
auch zum Dank!







Bankverbindung:
Blz 57000
KtNr. 30053133875
bei der
Hypo Tirol Bank


©2009
rundum.com

Beiträge aus dem Mitteilungsblatt Herbst 2005

DIE 123. JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG DES INNSBRUCKER VERSCHÖNERUNGSVEREINS

Am 12.April 2005 konnte Obmann Hermann Hell wieder einmal eine beachtliche Gästeschar bei der Jahreshauptversammlung des Innsbrucker Verschönerungsvereins im – dankenswerterweise wieder gratis zur Verfügung gestellten – Innsbrucker Raiffeisensaal begrüßen. Zahlreiche Ehrengäste, allen voran Vizebürgermeister Dipl. Ing. Eugen Sprenger, zeigten durch ihre Anwesenheit, welch hohen Stellenwert der Verschönerungsverein für das kulturelle Leben der Stadt Innsbruck hat.

In seiner Rede bedankte sich der Vizebürgermeister beim „bienenfleißigen Obmann Hell“ und dem gesamten Verein für die geleistete Arbeit und betonte das konstruktive Klima der Zusammenarbeit. Im Besonderen ging Dipl. Ing. Sprenger auf die Wichtigkeit der ehrenamtlichen Tätigkeit ein, die nach seinem Ermessen in Innsbruck geradezu blühe. Beim Innsbrucker Verschönerungsverein fühle er sich ganz besonders wohl,weil es hier nicht darum gehe, was die Stadt für ihre Bürgerinnen und Bürger tun könne, sondern was die Leute für ihre Stadt leisten können, meinte er abschließend. Auch Gemeinderätin Dr. Julia Hörmann bedankte sich für das nun schon bald 125 Jahre andauernde Engagement des Vereins zum Wohle der Stadt Innsbruck.

Obmann Hermann Hell zog in seinem informativen DiaVortrag Bilanz über die Tätigkeiten des abgelaufenen Vereinsjahres und erntete damit wohlverdienten Applaus. Er bedankte sich bei den Subventionsgebern, vor allem aber auch bei den zahlreichen privaten Spendern für die Unterstützung des Vereins und das in ihn gesetzte Vertrauen. Nach dem Verlesen des Kassaberichtes und der Entlastung durch die Kassaprüfer stand die Neuwahl des Vorstandes, die von Vizebürgermeister Sprenger souverän moderiert wurde, auf der Tagesordnung. Der Wahlvorschlag wurde einstimmig angenommen. Die Vereinsführung bleibt demnach praktisch unverändert.

Nach dem Festvortrag „Barock in Innsbruck“ von Museumsdirektor Dr. Gert Ammann gab es noch Gelegenheit, bei einem erfrischenden Gläschen und einer kleinen Stärkung aus den von der Bäckerei Lanziner spendierten knusprig gefüllten Brotkörbchen mit Vereinsmitgliedern, Freunden und Bekannten zu diskutieren und zu plaudern.

 
weitere aktuelle Themen:


DIE BAROCKZEIT IN INNSBRUCK


Im Rahmen der 123. Jahreshauptversammlung des Innsbrucker Verschönerungsvereins vermittelte Dr. Gert Ammann, Direktor des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum, anhand eines Dia-Vortrags ein Spiegelbild der lebendigen kulturellen Barockmetropole inmitten Tirols. Zwei Jahrhunderte lang wurde Innsbruck von barocker Bildsprache und Lebenseinstellung geprägt, stets getragen von den Gläubigen,den Wirtschaftstreibenden, der Bürgerschaft, dem landesfürstlichen Hof, dem Adel und der Kirche. Politik,Wirtschaft und Kunst boten eine gemeinsame Basis für ein lebendiges Gedeihen der bildenden und darstellenden Künste. Durch die Hofhaltung und die Klöster, beispielsweise das Kloster Wilten,fanden Künstler von auswärts Eingang in Innsbruck und dominierten das hiesige Kunstgeschehen. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Professor Ammann für den faszinierenden Streifzug durch diese für Innsbruck so fruchtbare künstlerische Epoche mit all den Zeugnissen, die sie in unserer schönen Stadt hinterlassen hat.



[Übersicht]

 



DER NEUE ALTE VORSTAND DES VERSCHÖNERUNGSVEREINS

Bei der im Zuge der Jahreshauptversammlung 2005 durchgeführten Neuwahl
des Vorstandes bzw. Ausschusses wurden einstimmig wiedergewählt:

Vorstand:
• Hermann Hell, Obmann
• Josefine Justic,Obmann-Stellvertreterin
• Nothburga Decristoforo, Kassierin
• Dr.Albert Fiegl, Schriftführer

Ausschussmitglieder:
• Ing. Mark Dablander
• HR Dr. Hans Gschnitzer
• Dipl.Vw. Hans Kremser
• Hansjörg Patscheider
• Gustav Sonnewend

Rechnungsprüfer:
• Dipl.Vw.Helmut Mohr
• Dir. Erich Sauerwein.





[Übersicht]

 

DER THEMENWEG IN DER MÜHLAUER KLAMM


Die vom Innsbrucker Verschönerungsverein gemeinsam mit dem Forstamt der Stadt Innsbruck betreute Errichtung des neuen Weges durch die Mühlauer Klamm nimmt immer deutlicher Gestalt an.Der wassernah angelegte, mäßig steile Verbindungsweg von der Schweinsbrücke am Rechenhofweg bis zum Rosnerweg kann ab September zumindest bis zur Baustelle des gewaltigen, 23 Meter hohen Lawinenrechens in der Klamm begangen werden.Holzstege und in den Weg eingebaute Treppenstufen erleichtern die Überwindung der Steilstufe zur Teufelskanzel, auch die geplanten Info-Tafeln werden bis Herbst fertiggestellt sein. In Folge des Neubaus des Mühlauer Elektrizitätswerkes (siehe Artikel S. 4) wird in Zukunft auch wieder mehr Wasser durch die Klamm fließen und diese zu einem attraktiven Naherholungsziel machen.
Der neue Weg durch die Mühlauer Klamm stellt somit eine äußerst gelungene Ergänzung des stadtnahen Wanderwegnetzes dar.


[Übersicht]




DIE RENOVIERUNG DER MARIA-HILF-KAPELLE IN ARZL IST ABGESCHLOSSEN!

Eines der größten Projekte des Innsbrucker Verschönerungsvereines seit Jahren, nämlich die Renovierung der Maria-Hilf-Kapelle in Arzl, konnte nun – dank der eindrucksvollen Spendenfreudigkeit unserer Mitglieder, aber auch mit Hilfe der offiziellen Stellen bei der Stadt Innsbruck und dem Land Tirol, der Diözese Innsbruck, des Stadtarchivs, der Landesgedächtnisstiftung sowie des Bundesdenkmalamts – abgeschlossen werden. Zwar musste nicht ein einziger Euro aus Vereinsmitteln beigesteuert werden, dafür wurden aber unzählige ehrenamtliche Arbeitsstunden unentgeltlich geleistet.

Zwei Jahre dauerte die Renovierungsaktion, die bei der Jahreshauptversammlung im April 2003 durch einen Vorschlag von Frau Gertraud Kundratitz ins Rollen gebracht worden war. Frau Kundratitz hatte die inzwischen äußerst renovierungsbedürftige Kapelle noch aus ihrer Kindheit in Arzl in Erinnerung: In der schweren Zeit während des zweiten Weltkriegs waren die Maria-Hilf-Kapelle und der täglich dort von Pfarrer Leuprecht abgehaltene Gottesdienst ein wertvoller Ort des Trostes und der Hoffnung für die Angehörigen der Soldaten, die im Schlussgebet immer ganz besonders dem „Schutz und Schirm der Gottesmutter“ anempfohlen wurden.

Der Innsbrucker Verschönerungsverein nahm sich des Projektes tatkräftig an und kann heute voll Stolz auf das vollbrachte Werk blicken. Das Gebäude erstrahlt nach der Sanierung in neuem Glanz.

Die am Sonntag, dem 26. Juni 2005 von Altbischof Dr. Reinhold Stecher gemeinsam mit dem Arzler Pfarrer Dr. Anton Eppacher vorgenommene Segnung setzte den feierlichen Schlusspunkt unter die aufwändige Wiederherstellung dieses Kleinodes. Arzler Traditionsvereine sowie zahlreiche Festgäste bildeten den stimmungsvollen Rahmen für die Übergabe dieses wiedererstandenen Besinnungsortes an die Bevölkerung.

[Übersicht]


 

EIN NEUES ELEKTRIZITÄTSWERK IN MÜHLAU


Der Mühlauer Bach ist ein Juwel!
Glasklares Wasser fließt ohne große jahreszeitliche Unterschiede. Der Bach führt kein Hochwasser nach starken Gewittern und kein Niederwasser nach langer Trockenheit. Der Großteil des Wassers kommt vom Einzugsgebiet jenseits der Nordkette, sickert durch das Kalkgebirge durch und trat früher bei den Schleierwasserfällen am Mühlauer Ursprung aus. Heute gibt es diese Wasserfälle nicht mehr. Das Wasser wird in einem Stollensystem unterirdisch gefasst und zum Wasserwerk geleitet.

Schon früh siedelte sich an diesem Bach das Gewerbe an. Zu Zeiten von Kaiser Maximilian entstand in Mühlau ein Teil der „Schwarzen Mander“. Zahlreiche kleine Mühlen nützten die Kraft des Baches und gaben diesem Ort den Namen „Mühlau“.

Im Zeitalter der Industrialisierung entstanden die E-Werke.Mühlen und Textilfabriken fanden eine sichere Existenz und gaben vielen Leuten Arbeit. Ein kleines E-Werk im Fuchsloch trägt die Tafel „L. R. 1888“. Die Rauchmühle errichtete damals eines der ersten Wasserkraftwerke Österreichs.

Heute arbeiten noch vier E-Werke am Mühlauer Bach. Sie erinnern an die Gründerjahre und sind total veraltet. Ende des Jahres werden sie den Betrieb einstellen. An ihrer Stelle entsteht ein neues kleines E-Werk am Innufer bei der Mühlauer Feuerwehr.Das kleine schwarze Gebäude wirkt zierlich, eine große Glasscheibe ermöglicht vom Park den Einblick in das Innere des Werks. Der Beobachter sieht, wie die Energie des Wassers in elektrische Energie umgewandelt wird.

Das neue Werk nützt das Restwasser des Wasserwerks in einer einzigen Gefällstufe. Die Führung der Rohrleitung im dicht bebauten Gebiet ist schwierig und bringt manche Behinderung.Die Wanderer am Schillerweg können den Bau der Leitung unterhalb des Weges im Wald verfolgen.

Nach Stilllegung der alten Werke wird mehr Wasser im Mühlauer Bach fließen. Die alten Anlagen werden weitgehend demontiert. An Stelle der Rohre wird das Bachbett ausgeweitet und naturnah gestaltet. Die Innsbrucker können sich freuen:
Der Mühlauer Bach bleibt ein Juwel.




[Übersicht]




BEHINDERUNGEN AM SCHILLERWEG

Laut Auskunft des Innsbrucker Tiefbauamtes werden die durch den Kraftwerksbau
bedingten gröbsten Behinderungen bis Mitte Juli beseitigt und der beliebte
Wanderweg wieder durchgehend frei begehbar sein.Im Herbst beginnt dann das
Forstamt Innsbruck mit der Wiederaufforstung.




[Übersicht]


 

VIER TIROLER AM JAKOBSWEG INS STERNENFELD


Seit zehn Jahren marschieren die „Weitwanderer“ im Sommer 5 - 6 Tage lang durch die Lande, weil sie der Meinung sind, dass man so Land und Leute und auch sich selber und seine Freunde besser kennen lernen kann.Doch letztes Jahr, zum 10-jährigen Jubiläum der Wandertruppe, wollten sie etwas ganz besonderes kennen lernen: den Jakobsweg, zumindest die letzten 330 km von Leon nach Santiago de Compostela.

Und so zogen sie los, im April 2004, am Karfreitag, in Leon, auf dem uralten „Camino Frances“, der Hauptroute des Jakobswegs in Nordspanien: Helmut Krieghofer, seines Zeichens Uniqa-Landesdirektor, Heinrich Kranebitter, Geschäftsführer der Immorent West, Architekt Erich Schroffner und Kabarettist Markus Linder, wegen seines langen Körperbaus von den Spaniern „El Flaco“,„der Dürre“, oder einfach „El Giraffo“ genannt.

Es waren erlebnisreiche Wochen, 14 Tage unterwegs durch Hitze, Wind, Eiseskälte, Schneesturm und Regen,zuerst durch die kastilische Hochebene von Leon nach Astorga,dann hinauf auf den Rabanal-Pass mit dem „Cruz de Ferro“, dem legendären Eisenkreuz, an dem die Pilger seit Jahrhunderten ihre Sorgensteine niederlegen. Dann ging es hinunter in eine Landschaft namens „Bierzo“, nach Ponferrada und dann nach Villafranca del Bierzo. Dort, im so genannten „kleinen Compostela“, könnte man an der „Puerta del Perdon“ vorzeitig die Pilgerschaft beenden, wenn man schlapp macht. Davon war bei den 4 Weitwanderern,den laut Eigendefinition „Peregrinos alpinos alternativos“ keine Rede, und so erklommen sie den Pass „O Cebreiro“, von dem es dann hinunter in die grüne Hügellandschaft von Galicien ging.

Nach mehreren Tagen durch pausenlosen Regen erreichten sie dann endlich bei herrlichem Frühlingswetter Santiago de Compostela (Sternenfeld),seit mehr als einem Jahrtausend Zielpunkt von Millionen von Pilgern. Das Grab des Heiligen Jakobus des Älteren in der Kathedrale ist dabei ein einzigartiger Magnet. Und in dieser pulsierenden Studentenstadt, gleichzeitig Weltkulturerbe und christliches Zentrum Spaniens, verbrachten sie dann noch 2 Tage zum Ausspannen und Vertiefen der beeindruckenden Reise.

Das Resümee: Es ist ein wunderschönes Gefühl, unterwegs zu sein, ohne Termine, ohne Zeitdruck, einfach in Bewegung. Das führt einen zurück zu sich selbst und, in Kombination mit der wunderschönen Landschaft, den vertrauten Freunden, den Störchen, den spanischen Dörflein mit ihren freundlichen Bewohnern, zu deren Gruß:„Buen Camino (Gute Reise)!“ Und so komponierten die 4 ein Liedlein selbigen Titels, welches sie gerne Mitpilgern, Dorfbewohnern, Bauern und Pfarrern vierstimmig vorsangen, um hernach noch alpine Instrumentalmusik nachzulegen: an Kastagnette, Mundharmonika, Maultrommel und Blockflöte.

Zum Dank für das tolle Erlebnis und die gesunde Heimkehr stifteten die 4 Weitwanderer dem Innsbrucker Verschönerungsverein eine Bank mit Tisch oberhalb des Gramarthofes, die unüblicherweise in gelb und blau erstrahlen:Das sind nämlich die Farben des Jakobswegs. „Buen Camino!“.



[Übersicht]




INNSBRUCKER WANDERWEGE: DER ANDREAS-HOFER-WEG

Lange Zeit ist es eine Lieblingsidee des Innsbrucker Verschönerungsvereins gewesen, durch die „hübschen Waldungen am Südgelände von Innsbruck eine bequeme Weganlage zu bauen“. Diese soll, vom Berg Isel zum Husslhof und dann weiter über die Gallwiese (Mentlberg) bis auf das Natterer Plateau führend, zu ausgedehnten Spaziergängen einladen. So heißt es im 27.Tätigkeitsbericht des Vereins aus dem Jahr 1907.

Erste Erschließungsversuche, die misslingen, datieren aus dem Jahre 1899. Es ist nicht die Angst um ihren Wald, sondern vielmehr die Befürchtung vieler Waldteilbesitzer,dass ein bequemer Weg mehr Gesindel anzieht und dort zum Lagern einlädt.Erst dem Ausschussmitglied Dr. Richard Hueber gelingt es nach unermüdlichem Einsatz, die 108 im Grundbuch eingetragenen Interessenten von der Umwandlung des bestehenden, zum Teil verwachsenen Steiges in einen gut begehbaren Wanderweg zu überzeugen. In einem Übereinkommen zwischen der Waldinteressentenschaft Wilten und dem Innsbrucker Verschönerungsverein werden die Auflagen festgelegt. Dabei profitiert in erster Linie die Wiltener Waldinteressentenschaft. Sie bekommt einen idealen Weg zum Holzziehen und muss für Errichtung und vor allem Instandhaltung keinen Groschen ausgeben. Nach dieser urkundlich festgelegten Rechtssituation stimmt die Waldinteressentenschaft Wilten in ihrer Vollversammlung am 21. Februar 1907 dem Wegbau zu.

Der Auftrag ergeht ohne öffentliche Ausschreibung an die Firma Ing. Riehl. Die Bauarbeiten beginnen am 25. April und enden ohne Unfall am 13. Juli. Für den Innsbrucker Verschönerungsverein ist die Errichtung des Andreas-Hofer-Weges eine enorme finanzielle Leistung. Die Gesamtkosten betragen über 11.000 Kronen, wovon zwei Drittel über Spenden eingebracht werden. Vom Sonnenburgerhof beginnend schlängelt der Andreas-Hofer-Weg sich sanft schwingend, fast eben, mit kleinen lichten und bankbesetzten Buchten, die zum Ausruhen einladen, am Retterhof vorbei. Dann fällt er ab zu jener Waldkuppe über dem WIFI, wo ehemals ein beliebtes Ausflugsgasthaus, der Husslhof, stand. Die ursprünglich Atem raubende Steigung wird durch Felssprengungen entschärft. Und der Wanderer ist überrascht, wenn er plötzlich im Granit einzementiert eine ansehnliche Kanonenkugel aus dem Freiheitskampf von 1809 entdeckt. Diese wurde bei den Wegbauarbeiten gefunden und anlässlich der feierlichen Eröffnung des Weges an Frau Maria Höpperger, die Besitzerin des Husslhofes übergeben. Im Winter war der Weg im Bereich des Husslhofes eine beliebte Rodelstrecke für Jung und Alt.

Was waren das für Zeiten, als sich in diesem Wald 15.000 Tiroler Schützen und Bauernmilizen der 20.000 Mann starken Armee von Marschall Lefebvre entgegen warfen? Und sie gewannen diesen Kampf,weil sie begeistert für die gerechte Sache waren und sie einfach taktisch gut geführt wurden. Die preußische Königin Luise schrieb über den Aufstand der Tiroler Bauern an eine Freundin:
„Welch ein Mann, dieser Andreas Hofer! Ein Bauer wird Feldherr, und was für einer! Seine Waffe – ein Gebet; sein Bundesgenosse – Gott! … Und dieses treue Schweizervolk (sic!) … Ein Kind an Gemüt, kämpft es wie die Titanen mit Felsenstücken, die es von seinen Bergen niederrollt.

“ Heute ist der Schlachtenlärm verklungen. Ein anderes Geräusch hat sich übermächtig festgesetzt. Der Autobahnlärm ist ein ständiger Begleiter der Wanderer auf dem schönen Andreas-Hofer-Weg. Und nur der Ausblick auf die neue Sprungschanze und das zu seinen Füßen liegende Wilten bzw.das sich nach hinten verflüchtigende Unterinntal entschädigen für die getrübte Ruhe.

Ab und zu sind Bienenkästen etwas abseits des Weges zu entdecken. Vom Frühjahr bis in den Herbst begleitet das Summen der Bienen und vielfältiges Vogelgezwitscher die Wanderer durch den von breitastigen Tannen, harzduftenden Fichten und gelegentlichen Birken gesäumten grünen Wald. ,,Mander, s’ischt Zeit! …“, dieser berühmte Aufruf Andreas Hofers steht hier am Schluss als Aufforderung, den Andreas-Hofer-Weg zu gehen. Bernhard Nicolussi Castellan







[Übersicht]



 

WA N D E R T I P P: ZUR STÖFFLHÜTTE AUF DER WALLERALM IM WILDEN KAISERN

Ausgangsort: Eiberg bzw. Egerbach (Steinbruch), 620 m
Zielort: Walleralm, 1171 m
Höhenunterschied: 551 m
Wanderzeit: 13/4 - 2 1/2 Stunden aufwärts, 11/4 - 11/2 Stunden abwärts
Gesamtlänge: ca. 11 km
Einkehr: Stöfflhütte, Walleralm
Bei Abstiegsvariante: Jausenstationen Maier und Hagenhof sowie Jausenstation Goingstätt am Hintersteiner See.

Nach 11/4-stündiger Anfahrt von Innsbruck über die Inntalautobahn bis zur Ausfahrt Kufstein-Süd fahren wir noch ca.eine Viertelstunde auf der Bundesstraße 173 bis zur ersten 30-km-Beschränkung (ca. 5,5 km). Ungefähr 200 Meter nach dieser scharfen Linkskurve weisen rechts zwei grüngelbe Schilder (Deponie und Gartenbau Strillinger) nach links auf eine Forststraße, die nach oben zur Walleralm führt. Nach ca. 400 m ist beim Steinbruch die Straße gesperrt (Parkplatz) – unlogischerweise gibt es aber 1 km weiter im Wald noch einen zweiten Parkplatz!

Wir beginnen unsere Wanderung im Ortsteil Egerbach und gehen auf der Straße links am ca. 30 Meter tiefen Mergellager vorbei. Der im Jahr 1843 entdeckte hervorragende Kalkmergel liefert den tonhaltigen Kalk, der, zuerst gebrannt und dann gemahlen, den Baustoff „Eiberg-Zement“ ergibt. Ungefähr 400 Meter nach dem Steinbruch kommen wir zum Weiler Aßmann mit einer kleinen Kapelle. Der Ort besteht nur aus drei schönen Einhöfen mit Mittelflur. Rechts geht die Forststraße nun langsam aber stetig steigend unter den Felswänden des 1089 m hohen Eibergkopfes bergan. Der Weg führt stets im Schatten des hohen Mischwaldes in ca. 1 Stunde zur Abzweigung Richtung Hölzentalalm. (Die Abzweigung Richtung Steinerne Stiege – Hintersteiner See ist als Abstiegsvariante möglich!)

Ab hier wird der Weg interessanter, da er jetzt in Serpentinen mit z.T. schönen Ausblicken ins Inntal durch lichteren Wald in 20 Minuten zum Weiderost der Hochfläche der Walleralm führt. Ab hier kann man – kurz vor dem Almauftrieb des Viehs in besonderem Ausmaß - die Vielfalt der Blumen wie Schneerosen, Enzian usw. und Gräser solcher Almwiesen bewundern. Nach einem großen Bogen sieht man in einer Senke mehrere Hütten und Almen,drei davon sind bewirtschaftet und laden zur Labung mit heimischen Produkten ein. In der Stöfflhütte gibt es zudem hausgemachte Köstlichkeiten sowie selbst gebrannten Schnaps und drei hervorragende Biersorten aus der Hausbrauerei des Schwoicher Stöfflhofes: Helles Gerstl, Dunkles Weißbier und ein Saisonbier. Nach der Stärkung sollte man noch die 5 Minuten zum gut sichtbaren Gipfelkreuz hinauf steigen und die Rundumsicht genießen.

Der Abstieg bzw. Rückweg erfolgt auf der gleichen Forststraße, auf der man das Auto nach 11/4 – 11/2 Stunden erreicht. Es gibt aber auch eine etwas beschwerlichere Variante zurück, diese zweigt kurz hinter der Hölzentalalm links ab. Beschildert ist der Weg mit „Steinerne Stiege – Hintersteiner See“ (s. o.). Dieser inzwischen auch zur Forststraße ausgebaute Weg führt erst leicht und später stärker abfallend durch Wald zu den Jausenstationen Maier und Hagenhof in der Nähe des West-Endes des Hintersteiner Sees. In den sauren Wiesen südlich der Jausenstation Goingstätt kann man bei einem kurzen Abstecher verschiedene Arten von Orchideen bewundern.

Wir gehen durch leicht abfallende Wiesenpfade in diesem Tal westwärts und kommen, an einem Wasserschloss vorbei,zum oberen Beginn der „Steinernen Stiege“. Achtung! Dieser Abstieg ist nur für schwindelfreie und bergsichere Wanderer zu empfehlen. Der steile Treppenabstieg ist gut ausgebaut und führt ca. 150 Meter neben einem Wasserfallrohr in die Tiefe. Die „Steinerne Stiege“ wurde im Jahr 1903 als Steigbehelf zur Verlegung der Fallrohre gebaut,allerdings führte sie damals auf der anderen Seite des Rohres hinauf.

Der Hintersteiner See diente früher als Trinkwasserspeicher für Bayern und floss in einem Stollen bis zum heute noch erhaltenen Wasserschloss am oberen Ende der Stiege. Erst vor ungefähr 30 Jahren wurde die Stiege in der heutigen Trasse neu angelegt. Unten angelangt geht man nach rechts über das Rohr und bei der ersten Weggabelung auf dem rechten Weg zum Weiler Aßmann zurück.(Auf dem Wegschild steht Whs. Haberg.) Die Wegzeit ist gleich wie oben.

Ing. Rolf Opitz

Wanderskizze

[Übersicht]

 

[startseite] [kontakt] [vorstand] [ehrentafel] [wandertipps] [archiv] [mitglieder werben]
Termine 2009 

Führung durch die generalsanierte Hofburg in Innsbruck

Dienstag, 13. Juli 2010, um 9.30 Uhr
Hofburg, Haupteingang

 
aktuelle Aussendung
sollten Sie noch kein Exemplar des aktuellen Mitteilungsblattes erhalten haben, können Sie es hier nachbestellen.